Wie gestern schon geschrieben, habe ich den Bus hoch zum Grenzübergang Teufelshänge genommen.
Wie sich im Laufe des Tages herausstellte, war dies eine sehr kluge Entscheidung. Die Strecke war sehr schön – aber ein ständige auf und ab. Als Untergrund gab es Überwiegens sehr grobem Schotter, sodass ich auch bei den Abfahrten nicht viel Tempo machen konnte. Aber der Reihe nach.

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Ich war heute Morgen mit meinem Fahrrad der einzige Gast im Bus. Daher zwischendurch kurze Gespräche mit dem Busfahrer. Hinter Finsterau einen unplanmäßigen Zwischenstob eingelegt. Er musste sich mit dem Herrn des Ordnungsamtes unterhalten. Es hatte jemand falsch geparkt – diese Person
erhielt erstmal ein Ticket. Die zweite Aufgabe besteht darin darauf zu achten, dass keine privaten Autos zwischen 09:00 Uhr und 15:00 Uhr die Straße zum Grenzübergang nutzen. Dann ist diese nur für Wanderer und Radfahrer frei.

Jetzt blieb ich ganz lange Zeit auf der Seite der Tschechische Republik. Der erste Ort ist Bucina. Hier gibt es ein Hotel …

… und auch hier fährt ein Bus Touristen zur Grenze. Es ist hier ein großes, jetzt grenzübergreifendes, Wandergebiet. Mir kamen auch viele Menschen entgegen. Der Bus – er stand dort – muss im Gegensatz zu meinem gut gefüllt gewesen sein.
An dieser Stelle (Originalstelle?) steht auch noch ein Stück alte Grenzanlage mit einigen Erklärungen.










Ab jetzt gab es nur weinige Stellen um Bilder zu machen. Der Weg verlief immer im Wald mal stark ansteigend, dann wieder runter usw. Es ging an der Quelle der Moldau vorbei zuerst in Richtung Modrava. Den Abstecher habe ich aufgrund des Untergrundes nicht gemacht.

Meine Sorge war ja, dass der Weg nicht gut ausgeschildert ist. Ich war sehr positiv überrascht. Siehe Bild oben.
So oder so ähnlich tauchten immer wieder Schilder auf. Bis hier hatte ich für die zurückliegenden 7,5 km schon 50 min. gebraucht. Das sagt alles aus. Für die nächsten 7,5 km benötigte ich nur 20 min. Im Tal der Vyderska ..


.. ging es über einen recht guten Weg nach Modrava. (früher Mader) Der kleine Ort war voll mit Autos. Unterwegs traf ich jede Menge Wanderer und Radfahrer.

Hinter dem Ort musste ich kurz genau schauen. Das Hinweisschild war nicht ganz eindeutig, aber mit Hilfe meiner Karte konnte ich schnell klären, wie es weitergehen soll. Leicht ansteigend im Tal der Roklanskýpotok und später im Tal der Javoripotok …



Insgesamt war der Boden recht feucht. Der Borkenkäfer hat auch hier ganze Arbeit geleistet.

An verschieden Stellen stehen Infotafeln. Leider keine Erklärung in Deutsch. Anhand der Bilder und Textbausteinen konnte ich entziffern, dass hier einmal archäologische Ausgrabungen stattgefunden haben.

Auf so einem Untergrund ging es bergab nach Prásily ..

.. sodass eine Gruppe Jogger schneller laufen als ich fahren konnte. Rechts und links des Weges stehen jede Menge Warnschilder.

Auch der Parkplatz vor dem Ort war richtig voll. Die Tschechen lieben wohl ihren Nationalpark Sumava. Aber im Großen und Ganzen verliefen sich die Menschenmengen. Im kleinen Prásily (früher Stubenbach) gab es heute ein Volksfest (Kirmes) mit Livemusik. Manche Häuser haben ihre Zeit überlebt. Man konnte es kaufen.

Direkt hinter dem Haus stehen nur noch die Grundmauern der Kirche. Heute zum Volksfest wird dort ein Gottesdienst gefeiert. Die letzten Vorbereitungen liefen – weil gerade auch der Pastor angekommen ist.


Ein Ziel der vielen Wanderer und Radfahrer ist der Aussichtspunkt auf dem 1315m hohen Polednik (Mittagsberg).



Nun war der Grenzübergang nicht mehr weit. Hier noch auf 1033m Höhe ging es bis zum Grenzbach Marchbach (Prásilsýpotok) 50m runter. Anschließend auf deutscher Seite wieder 100m rauf.


Dieses Stück Weg war noch sehr gut.

Auch dieser Grenzübergang darf/kann nur von Wanderern und Radfahrern genutzt werden.


Auch auf unserer Seite ist die Beschilderung für Radfahrer sehr gut. Ich denke, es gab auch für Wanderer jede Menge Hinweise.

Der Grenzbach im folgenden Bild. Hier kühlte ich mich etwas ab und nahm auch kühles Wasser für die spätere Abkühlung der Arme mit.

Der „Große Falkenstein“. Laut Info soll es hier noch den Wanderfalken geben. Wie mir später ein Ehepaar erzählte, war er im letzten Jahr noch durchgehend grün. Jetzt zeigen sich große braune Stellen.

Ein Blick aus meinem Zimmer kurz vor der Ortschaft Lindberg.




Wenn ich Glück habe geht die Sonne später dort unter!
Es war heute ein anstrengender Tag. Der schlechte Untergrund kostet schon viel Kraft und dann war es heute auch der bisher wärmste Tag auf der Tour. Und trotzdem bin ich sehr zufrieden, wie es heute war.
Bin gespannt, wie es morgen aussieht. Auch hier werde ich fast nur auf dem Weg Nr. 13 fahren. Die etwa 56km lange Tour wird jeweils zur Hälfte in den beiden Ländern gefahren. Auch die zu bewältigenden Anstiege sind so wie heute.
Die Grundlage konnte mit einem guten Essen gelegt werden.
