22.07.2025 – 24.07.2025 Heimreise

22.07. – 24.07.2025

Hier nun die Zusammenfassung der letzten drei Radfahrtage auf dem Heimweg.

Ursprünglich hatte ich geplant, die Weser mit der Fähre bei Bremen/Farge zu überqueren. Ich hätte dort gern einen Kaffee mit Anne getrunken – einer sehr treuen Leserin. Da laut Wetterbericht aber Regen gemeldet war, bin ich etwas nördlicher gefahren und habe die Fähre von Brake nach Sandstedt genommen.

Im Ortsteil Götzwarden/Brake entstand mein erstes Bild: die St. Bartholomäuskirche, die auf einem kleinen Hügel steht und dadurch gut vor Weserhochwasser geschützt ist.


Unweit der Fähre lagen die Hafenanlagen von Brake …


… sowie der Fähranleger, der so konstruiert ist, dass er bei fast jedem Wasserstand genutzt werden kann.

Die Wolken über der Weser in Richtung Bremerhaven brachten zum Glück keinen Regen.

Nach kurzer Zeit kam bereits die Fähre, und wenig später konnte ich übersetzen. Dabei hatte ich den Leuchtturm und den Radarturm von Sandstedt im Blick.

Weiter ging es über Hagen im Bremischen …

Ein Gedenkstein vor der Kirche erinnert dort an die alte Synagoge.

Kurz hinter Hagen erreichte ich meine ursprünglich geplante Route wieder. Über Axtstedt und Holste ging es nach Gnarrenburg. In einem kleinen Dorf konnte ich dabei beobachten, wie ein Reetdach neu gedeckt wurde.

Bisher war die Landschaft stark landwirtschaftlich geprägt, aber nun veränderte sie sich: Moorlandschaften, kleine Bäche und Flüsse wie die Oste bestimmten das Bild.

Leider hatte ich keine Zeit, die Gedenkstätte des Kriegsgefangenenlagers bei Sandbostel zu besuchen.

Über Minstedt entlang der Oste kam ich nach 91 km in Bremervörde an. Nur die letzten 10–15 Minuten hat es leicht geregnet, aber es lohnte sich nicht, die Regenjacke anzuziehen. Da die Innenstadt von Bremervörde nur 800m vom Hotel entfernt lag, bin ich nach einem schönen, geselligen Abendessen noch in die Stadt gegangen.

Am heutigen Tag ging es von Bremervörde nach Glückstadt…also zurück ins schönste Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein.

Geplant war ein Abstecher in die Wingst, eine sehr waldreiche Region südöstlich von Otterndorf. Ich wollte dort die Jugendherberge besuchen, die ich in meinen 27 Jahren beim Landesverband Nordmark nie gesehen hatte – dazu später mehr.

Auf diesen Streckenabschnitt hatte ich mich gefreut: Er sollte landschaftlich abwechslungsreicher und schöner werden als der vorherige Tag.

Vorbei am Jachthafen …

… und weiter zum Vörder See – ein Natur- und Freizeitpark bei Bremervörde.

Ab Bremervörde ist die Oste wieder eingedeicht. Ebbe und Flut sind hier wieder spürbar. Noch war es trocken und so konnte ich Fotos von der handbetriebenen Prahmfähre bei Gräpel machen. Es war Ruhetag – Glücklicherweise musste ich nicht übersetzen!

Nur einen Kilometer weiter kam die nächste Fähre über die Oste.

Mit dieser Glocke machte man sich bei Bedarf bemerkbar …

… hätte aber auch nichts gebracht – auch hier war Ruhetag.

Kurz hinter der Fährstelle liegt das Schöpfwerk der Mehe. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, wie viel tiefer das Land hinter dem Deich liegt. Die Oste hatte gerade Fluthöhe erreicht.

Streckensperrungen hatte ich dieses Jahr nun wirklich genug. Und dann: Das Gewitter der letzten Nacht hatte eine Weide auf den Radweg geworfen. Ich war der Erste, der dort vorbeikam.

Ich konnte mir aber selbst helfen.

Die Oste vor Hechthausen …

… mit einem kleinen Stück Watt im Hintergrund. Das nächste Bild entstand eine Stunde später. Inzwischen floss die Oste wieder ab und die Wattfläche war an den Rändern bereits trocken.

Dann drehte sich das Wetter komplett: Eigentlich war ab 14 Uhr Sonne angesagt… Stattdessen wurde es immer feuchter. Die Regenwolke blieb über Hechthausen und Hemmoor hängen und reichte bis Glückstadt. Ich nutzte in Hechthausen die erste Unterstellmöglichkeit. Besonders lustig: ein Aufkleber auf der Mülltonne. Dort hatte ich ein nettes Gespräch mit einer Walkerin, die trotz Schauer ihre Runde drehte.

Ich nutzte kurze Regenpausen zum Weiterfahren. Für die 8 km von Hechthausen bis zur Schwebefähre bei Osten brauchte ich 2,5 Stunden. Zum Glück gab es immer wieder gute Unterstellmöglichkeiten.

Schietwetter

Gern hätte ich die Schwebefähre genutzt, doch obwohl wir dort mit sieben Personen standen, fuhr sie nicht – sie wird ehrenamtlich betrieben. In der Schutzhütte traf ich ein junges Paar aus Melle. Sie wollten noch über die Elbe nach Glückstadt und dann zurück nach Hause.

Unweit der Fähre gab es zum Glück eine Brücke.

Blick von der Brücke zur Schwebefähre

Es war also kein großes Problem, nur ein kleiner Umweg. Da das Wetter keine Besserung zeigte, ließ ich den geplanten Abstecher zur Wingst aus. Offenbar soll es einfach nicht sein.

Die letzten 25 km bis Wischhafen fuhr ich dann im Dauerregen. Vor der Fähre gab es einen 2 km langen Stau für Pkw und Lkw. Radfahrer und Motorräder durften zum Glück vorbeifahren. Auf der Fähre traf ich tatsächlich das Paar aus Melle wieder.

Bis zur Unterkunft in Glückstadt war es nicht mehr weit und ich war froh, endlich im Trockenen zu sein.

Die Turnschuhe wurden über Nacht nicht ganz trocken. Um 8:15 Uhr startete ich dann zur letzten Etappe.


Über die kleine Ortschaft Grönland und vor Großenaspe …

… wurde die A7 überquert. Erst in Großenaspe entstand mein viertes Bild des Tages – ich wollte heute früh zu Hause sein.

Die Katharinenkirche von außen und innen:

An Neumünster vorbei, über Tasdorf – Großharrie – Negenharrie – Brügge – Klein Flintbek war die Landeshauptstadt Kiel schnell erreicht. Hinter der Schwentine passierte ich wieder das Radfahrer-Zählwerk – ich war heute Nummer 512

Ich machte zuerst das Bild, dann fuhr ich vorbei. Um 14:45 Uhr war ich zu Hause. Für die 116 km lange Strecke brauchte ich 5h35min. Am Donnerstag zuvor war auch der Zeitungsartikel erschienen.

Das soll es für dieses Jahr im Blog wohl gewesen sein.
Jetzt wartet der Garten – und viele Früchte wollen noch geerntet werden.

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