21.07.24 – 26.07.24 Wolgast – Stralsund und Rügen

Es könnte jetzt fast auf dem direkten Weg nach Hause gehen – wäre da nicht die Insel Rügen dazwischen… In meiner Planung habe ich aber dort 4 Nächte vorgesehen. Aber an diesem sonnigen Tag ging es zu nächst bis Stralsund.
Von Wolgast über Freest ..

.. mit seinem kleinen Hafen gegenüber von Usedom. Bin also den Pennestrom auf der anderen Seite hochgefahren. An Lupmin vorbei, mit dem ehemaligen Kernkraftwerk, ..

.. fuhr es sich sehr schön an der Küste entlang nach Greifswald.

Für die Klosterruine Edena hielt ich kurz an.

Statt am Flüsschen Wieck zu fahren, entschied ich mich für die Route nach Greifswald hinein. Hat sich gelohnt. Weit vor Greifswald hatte ich Mutter und Sohn getroffen. Erst hier im Ort sind wir ins Gespräch gekommen. Die beiden sind auch den Oder-Neiße Radweg gefahren und wollen über den Ostseeküstenradweg bis nach Lübeck. Fast meine Tour.

Erst auf der Weiterfahrt überfuhr ich den kleinen Fluss Wieck.

Von Mesekenhagen bis hinter Brandshagen gibt es eine etwa 15 km langes Teilstück, ganz aus Kopfsteinplaster.

Meine liebe Kollegin Gesa hatte mir schon im Vorfeld davon berichtet. Es war schon anstrengend, habe es aber umso weniger bemerkt je schneller ich gefahren bin. Bin also regelrecht darüber hinweg geflogen und habe einen nach dem anderen überholt. Ich war aber schon froh, als dieses Stück hinter mir lag.

Unterhalb der Kirche von Brandshagen habe ich mir eine längere Pause gegönnt. Nach und nach kamen all diejenigen vorbei, die ich überholt hatte. Kurz bevor ich weiterfahren wollte, kam noch eine Jugendgruppe mit zwei Betreuern an dem Platz vorbei. Es dauerte nicht lange und ich habe die Gruppe eingeholt und wie üblich kam ich mit der Betreuerin ins Gespräch. Und wir kannten uns. Sie war 2019 bei mir in der Jugendherberge Kiel Gast – ebenfalls mit einer Jugendgruppe. Schöne Zufälle.
Vor Stralsund zweigt der Weg wieder ab ans Wasser ..

… und die Volkswerft Stralsund lag vor mir.

Unter die große Rügenbrücke ging es in die Stadt hinein.

Bilder vom Stadtrundgang.

Das große gelbe Gebäude war mein Hotel aus dem 17. Jh. Hier hat einmal eine Reihe von Bürgermeistern der Stadt gewohnt. Auch von Innen ein sehr interessantes Gebäude. Die linke Treppe führt direkt in den zweiten Stock. Hier wohnten die Bürgermeister mit ihren Familien. Die rechte Treppe in den ersten Stock war für die Angestellten/Bediensteten vorbehalten.

Nach dem Abendessen dann noch diesen alten Wagen gesehen. Zum Glück steht es diesmal hinten auf der Windschutzscheibe. Ein Opel Kapitän – da kann Frank auch nichts dran ändern.


22.07.2024
Nach dem traumhaften Tag gestern war es heute sehr grau. Auch so geht „Wohnen unter der Brücke“.

Die Begrüßung war okay,…

.. aber es blieb grau und später gesellte sich auch Regen hinzu. In der Ortschaft Gustow – ich bin auf der Insel rechts abgebogen, um bis Putbus mehr oder weniger am Wasser entlangzufahren. Sollte eine landschaftliche sehr schöne Strecke sein… habe aber nicht viel gesehen. Von dort ging es dann wieder landeinwärts nach Samtens. Hier bleibe ich 4 Nächte.

Hafen Puddemin
In dem Ort Groß Schoritz verbrachte ich etwas 2 Stunden im Buswartehäuschen. Sarah wünschte mir noch nette Gesellschaft, aber leider wurde daraus nichts. Insgesamt 8 Radler sind im Regen an mir vorbeigefahren. In diesem Ort steht das Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt.

Heute wurde mit mir ein wenig Schabernack getrieben – dazu passend die Verabschiedung einem Ort hinter Groß Schoritz.

Auch vor und in Putbus wurde es nicht besser.

Damit wurde die Kamera für heute nicht mehr gebraucht. Erst bei meiner Ankunft hier zeigte sich die Sonne für einige Augenblicke.


23.07.2024
Als Tagestour hatte ich mir heute den Süden der Insel vorgenommen. Über Garz ging es wieder nach Putbus. Heute bei eindeutig besserem Wetter.

Die Statue steht mitten in einem großen Kreis, genannt Circus. Es gehen viele Wege ab und immer hat man einen Blick auf neue Häuser.

Bei der Ortschaft Freetz gibt es einen Pfad ..

… und immer habe ich einen Blick zum Rügischen Bodden.

Über Preetz ..

… auf Rügen ..

.. komme ich nach Seedorf und kann über den Neuensiener See den Turm von Schloss Granitz sehen.

Dort werde ich aber nicht hochfahren, weil ich mich für die Variante am Wasser, bzw. für den Weg unterhalb des Schlosses entschieden hatte.
Wieder ging es mit einer Ruderbootfähre über`s Wasser. Es ist der kleine Verbindungskanal zwischen Having und dem Selliner See.

Immer hatte ich unterschiedliche Perspektiven auf die Insel.

Dann endlich bei Lobbe den Blick auf die Ostsee.

Die Nixe ..

..zeigte mir, wie ganz vielen anderen Radfahren den Weg zum Ostseebad Göhren.

Von hier konnte ich auch zum ersten Mal im Hintergrund einen Teil der Kreideküste sehen.

Der Weg führte jetzt mal rauf ..

.. und runter zum Seebad Baabe und weiter zum Seebad Sellin. Nachdem ich mich durch die Menschenmenge in diesen Bädern gewühlt hatte, fuhr ich über einen abenteuerlichen Weg und durch einen schönen kühlen Buchenwald weiter nach Binz. Hier war ich um die Mittagszeit und es war noch voller als in den Orten vorher. Schnell die beiden Bilder gemacht ..

.. war es etwas außerhalb schon ruhiger und ich konnte noch einmal rückwärts schauen.

Wenig später hatte ich den Koloss von Rügen erreicht.

Bis auf einen Block sind jetzt alle modernisiert und es macht einen ganz anderen Eindruck als bei meinem ersten Besuch. Ich bin mir leider nicht sicher in welchem Jahr es war. Kann 1993 gewesen sein.

Hier laufen die Arbeiten auf Hochtouren.

Im letzten Block ganz am Ende liegt die Jugendherberge Prora.

Die Rückseiten sind etwas unterschiedlich gestaltet worden.

Danach kommen nur noch Ruinen, die nicht wieder aufgebaut werden.

An dieser Stelle gibt es einen kleinen Aussichtpunkt ..

.. und weil ich gerade hier war, bin ich mit Füßen und Beinen ins Wasser gegangen. Zum richtigen Schwimmen war mir die Ostsee zu kalt!!!
An den Feldern der Feuerscheine vorbei bin ich einen kleinen Fußweg – er wird wohl nicht sehr stark genutzt – nach Lietzow gefahren. Zwischendurch schöne Blick auf den kleinen Jasmunder Bodden gehabt.


24.07.2024
Für heute hatte ich die längste Runde auf Rügen geplant. Der Wind stand so, dass es besser war zuerst mit dem Rad zu fahren und ab Sassnitz mit der Bahn zurück.
Von Samtens fuhr ich über kleine Nebenstrecken durch den Wald hoch in Richtung Kluis. Wie schon vorher, kam immer mal wieder kam ein Schild „Weiterfahrt nicht möglich – Brücke defekt“. Habe mich daran gehalten und die Umleitung gewählt. Den ersten richtigen Stop legte ich in der Ortschaft Trent ein.

Kurz hinter der Ortschaft sah ich im Dunst das Leuchtfeuer auf Hiddensee.

Kleine Pause an der Wittower Fähre war nötig. Schiff lag auf der anderen Seite.

Jetzt fuhr ich immer am Wieker Bodden weiter ..

.. bis ich die Ortschaft Wiek erreichte. Das Beondere ist die historische Verladerampe am Hafen.

Jetzt mit richtigem Rückenwind auf gutem Untergrund in Richtung Kap Arkona.

Kurzen Spaziergang zum Aussichtspunkt unternommen.

Von hier sollte es dann zur Stubbenkammer gehen. An der achteckigen Kapelle …

.. vorbei und im Hintergrund noch einmal das Leuchtfeuer Kap Arkona zu sehen.

Interessante Straßenschilder ..

Besser wäre ein Schild „Feilaufende Hunde, bzw. Hunde an der ganz langen Leine“. In diesem Abschnitt war es einfach nur schlimm heute. Vorbei am Seebad Breege-Juliusruh und über die schmale Landpassage Schaabe war der nächste Ort Glowe. Am Ortseingang nochmals den Blick nach Kap Arkona.

Durch das Naturschutzgebiet Spyckerscher See ..

.. ging es nun stetig rauf und wieder runter. Der höchste Punkt war am Mühlberg mit 104 Metern erreicht.

Blick vom Mühlberg

Die letzten km durchfuhr ich wieder einen herrlichen Buchenwald, um dann am Busparkplatz des Königsstuhl anzukommen. In der Ortschaft Hagen gibt es einen Großraumparkplatz und von hier fährt regelmäßig ein Bus die Touristen hier hin. Menschen ohne Ende – ich war einer davon. Den Eintritt für die Besucherplattform habe ich mir gespart und bin die 400 m zum Helenblick gegangen.

Für diesen und den nächsten Blick musste ich kurz in der Warteschlage stehen.

Die gefahrenen 95 km haben sich für diese beiden Highlights gelohnt.


25.07.2024
Mein Abschluss der 4 Tage auf Rügen war der Besuch der Insel Hiddensee. Die Anreise zum Hafen Schaprode ließ sich auf dem schnellsten Weg nur über Straßen bewältigen. Nicht schön und auch nicht ganz ungefährlich. Besonders die Einheimischen nehmen es nicht so genau beim Überholen. In Gingst der St. Jakobi Kirche einen kurzen Besuch abgestattet.

Erst die letzten 6 km hatte ich gut mit Gegenwind zu kämpfen. Ich war rechtzeitig am Hafen und konnte mir das Treiben in Ruhe anschauen. Ganz viele waren nervös, ob sie wohl auch mitkommen würden.
Dabei hatten wir alle Tickets.

Je näher die Abfahrtszeit kam, wurde sich schon aufgestellt, um die ersten an Bord zu sein. Sehr spannend anzusehen. Endlich kam die Fähre ..

.. und wir konnten in Richtung Hiddensee starten.

Während der Überfahrt hatte es sich leider etwas zugezogen und ich musste die Regenjacke als Windschutz anziehen. Auch bei den Personen mit Rad, die zuerst an Bord gegangen sind, verdunkelte sich die Gesichtfärbung. Ihre Räder waren nämlich die letzten, die von Bord genommen werden konnten.
Dumm gelaufen.

Meine Fahrt führte mich unterhalb des Leuchtturms, über die Ortschaft Kloster, zum „Enddorn“ – einer kleinen Steilküste.

Das Fortbewegungsmittel Nr. 2 auf der Insel.

Über solche Wege ging es in die Berge zur nächsten, höheren Klippe.

Mein Ziel der Leuchtturm lag – leider war der Weg für Räder – auch Schieben war nicht erlaubt – zum Greifen nah. Mit Rad oben angekommen war die Sicht vom Leuchtturm nur mittelprächtig.

Beim nächsten Bild müsste es sich um die Kreideküste auf Dänemark handeln.

Reetdachhäuser in Vitte

Die beiden Ortschaften Kloster und Vitte sind von den Tagestouristen überlaufen. Es wimmelt hier aber auch nur so von kleinen Läden. Also durch und runter bis Neuendorf.
Auf halber Strecke liegt der Mittelpunkt der Insel.

Vor Neuendorf kam die Sonne wieder durch und an diesem Strandabschnitt waren auch nicht viel Menschen. Große Pause angesagt.

Zwischen Ostsee und dem Schaproder Bodden liegt zum Teil nicht viel Land.

Der Ort Neuendorf ist ganz zersiedelt. Immer stehen ein paar Häuser nebeneinander und dann auch etwas vereinzelt.

Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben einen Bewohner zu treffen. Aber Glück gehabt. Die ältere Dame war recht redselig und erzählte mir vom Leben auf Hiddensee während der DDR-Zeit. Ihnen ging es nicht so schlecht. Es waren ja immer Urlauber auf der Insel und auch dementsprechend ein gutes Angebot/eine gute Auswahl an Lebensmittel. Es gab einen Wachturm und Gäste mussten sich bei der Polizei anmelden. Die Fischer durften keine fremden Personen mit rausnehmen zum Fischfang und auch die Kontrollschiffe auf der Ostsee und dem Bodden störten nicht. 1957 war sie einmal als sehr junge Frau im Westen und die Verwandtschaft wollte sie überreden dort zu bleiben. War aber nie ein Gedanke bei ihr gewesen.
Das Fischermuseum ..

Noch einmal einen Blick in die Heide und zum Leuchtturm.

Vorbei an kleinen Reetdachhäusern ..

.. war auch schon fast wieder die Zeit zur Abreise gekommen.

Zurück ging es mit der Frachtfähre. Nicht so schön, wie die erste und es gab auch nicht genügend Sitzplätze für alle Person. Schon recht seltsam bei einem Ticketpreis von 37,50 €. Gut, dass es nicht regnete.

Morgen geht es dann rüber auf das Festland und dann gibt es auch diesen Blog wieder als Zusammenfassung. Ich hoffe auf Internet in Barth. Hier gab es ja kein Internet für uns kräftig zahlenden Gäste. Weiterempfehlen werde ich Soibelmanns Hotel in Samtens jedenfalls nicht. Es gab jeden Tag neue kleine Dinge, die sich für diese Preisklasse eines Hotels nicht gehören. Da habe ich schon besser und günstiger gewohnt.

Hinterlasse einen Kommentar