Ich melde mich jetzt aus Sachsen, genauer gesagt aus dem Vogtland. Darauf legt die Bevölkerung Wert. Das Frühstück in dem Hotel war schon gut und bereits um 07:30 Uhr konnte ich meinen Kaffee trinken. Es saß noch ein anderer Herr im Raum und beim Erzählen erfuhr ich so einiges. Wie ich schon wusste, war das Hotel von
1901. Seine Eltern haben sich hier früher immer zum Tanzen verabredet. Auch er selber hat hier so manchen Tanz erlebt. Seine spätere Frau kommt aus der Ecke
Neustadt an der Weinstraße und hat hier in Selb eine Ausbildung zur Porzellanmalerin gemacht. Jedenfalls haben sie sich kennen- und lieben gelernt und sind erst 2021 wieder in die Heimat der Frau gezogen. Und einmal im Jahr kommt er wieder nach Selb, um alte Beziehungen zu pflegen. Durch dieses nette Gespräch bin ich dann doch etwas später als geplant losgekommen.
Aus Selb raus über Erkensreuth – Lauterbach ..

… über sehr gut zu fahrende Wirtschaftswege und mit dem Gefühl ist etwa schon Herbst ….

.. war der Ort Neuhausen mit einzeln Häusern direkt an der Grenze erreicht.





Hier konnte ich mich entscheiden. Deutsche Seite oder die Seite der Tschechien Republik. Trotz der Erfahrung von gestern fielen die Würfel gegen die deutsche Seite, auch weil mir ein Anwohner glaubhaft versichert der Weg nach Asch sei gut zu fahren. Er hatte recht. Kurz vor Asch kam ich dann wieder auf den Radweg Eiserner Vorhang Nr. 13. Gut ist etwas anderes, aber nur wenige Stellen sind sehr schlecht. Aber viel interessanter und auch näher an der Grenze.



Mein erstes Ziel war …

… ein weiteres Hinweisschild …

… zum Friedhof. Mehr ist auch nicht vorhanden. Der Weg dorthin war landschaftlich sehr schön. Und dort muss das Dorf irgendwo gewesen sein.


Jetzt können wieder die Bilder für sich sprechen.






Der Friedhof machte einen soweit gepflegt Eindruck. Blumenschmuck gab es nicht. Warum auch noch.






Auch heute ging es mal runter und rauf. Hier ein Bespiel, wie es erst runter geht und dann das ganze von der anderen Seite aus betrachtet.


Gleichzeitig war auch im Waldbereich der westlichste Punkt der Tschechischen Republik.

Hier oben wurden gerade Heuballen zusammengerollt. Darüber waren mindestens 13 Greifvögel zu
beobachten die Jagd auf Mäuse etc. machten. Die Bilder sind leider nicht ganz scharf – aber ich wollte sie nicht einfach weglassen.




Hier mal die schlechten Wegstrecken.


Wälder und freie Wiesenflächen wechselten sich ab.

So langsam wurde meine Spannung größer. Ich war nur noch 3 km vom Dreiländereck entfernt.

Später musste ich wieder hier hin zurück, um nach Hranice zufahren.
Auf einer Infotafel, nicht in Deutsch, konnte ich nur erkennen, dass die Amerikaner damals bis hier gekommen sind.

Ich befand mich jetzt in einem ganz kleinen Zipfel – die beiden Grenzen sind nur 200 Meter voneinander entfernt.





Auch wieder so eine nette Information.
Und dann war ich wieder da. Diesmal von der anderen Seite ..

… aber mit den gleichen Bildern!





Als ich dort ankam machte eine Familie aus der CSSR dort auch gerade Pause. Wir konnten uns etwas in Englisch unterhalten und zum Schluss wünschten sie mir eine gute Fahrt. Dann kam noch ein Herr aus München kurz zum Gespräch sowie anschließend ein Radfahrer auf Tagestour mit dem ich mich auch sehr lange unterhalten habe. Und es hörte nicht auf – sondern wurde durchaus immer besser. Cat und Per aus DK waren den innerdeutschen Radweg ab Bad Harzburg gefahren und konnten viel erzählen. Wenig später tauchten Rainer und Sabine, die beiden mit ’normalen‘ Rädern, auf. Cat und Per kannten die beiden schon. Rainer und Sabine sind den ersten Teil von Lübeck im letzten Jahr gefahren und sind
in diesem Jahr in Bad Sodenallendorf neu gestartet. Es war eine wirklich sehr schöne Runde und was für ein Glück, dass ich die beiden Ehepaare treffen durfte. Es wurden sehr viele Erfahrungen, zum Teil die gleichen, ausgetauscht. Nach einer guten Stunde verabschiedenden wir uns und jeder fuhr in seine Richtung. Die vier in Richtung Hof und ich in Richtung Bad Elster.




Als wir dort saßen, kam noch ein jüngerer Mann des Weges und setzte sich etwas abseits. Er grüßte nett beim Kommen und auch bei Weggehen. Mehr ergab sich nicht, weil er leider nicht zu uns gekommen war. Er wanderte in die Richtung in die ich auch fahren musste. Und es dauerte nicht lange, da hatte ich Ihn eingeholt und habe ihn angesprochen. Dann war er auch sehr redselig. Er will heute auch bis Bad Elster, um den letzten Zipfel der Grenzwanderung erledigt zuhaben. Er ist im
letzten Jahr an 38 Tagen von Lübeck bis kurz vor Hof die ehemalige Grenze abgewandert. Respekt.
Auch wir konnten wieder Erfahrungen austauschen. Nach gut 2km gemeinsam bin ich dann doch mit dem Rad schneller gefahren.
Um den Ort Hranice gibt es eine neue Umgehungsstraße.

Harnice, der Ort oben im Zipfel, sieht zum Teil gut aus und dann wieder große Brachflächen mit zerfallenen Gebäuden.






Ich habe nur die schöne Seite fotografiert. Die Straße nach Bad Elster ist ganz neu und mit EU-Mittel gefördert worden. Warum hier nicht gleichzeitig ein Radweg gebaut wurde, ist mir schleierhaft geblieben.
Aber mehrere Punkt mit Bänken und Fahrradständen hat man gestaltet, sodass ich wenigstes ein Bild oberhalb von Hranice machen konnte.


Das ehemalige Grenzgebäude auf tschechischer Seite ist heute ein Altersheim.

In diesem Bereich war ein kurzes Stück ein Fußweg mitgebaut worden. Und dann war ich in …


… und das Grenzhaus auf deutscher Seite ein Schandfleck.

Jetzt ging es nur noch bergab zum Hotel Goldener Anker, in dem ich die nächsten drei Nächte bleiben werde.
Was für ein Unterschied bei dem Blick aus dem Fenster. Heute Morgen in Selb …

… und jetzt zum Nachmittag in Bad Elster.

Heute war es sehr schöner Tag mit vielen neuen Erfahrungen und überhaupt nicht anstrengend. Unddann das große Glück am Dreiländereck mit Cat & Per und mit Rainer & Sabine. Das sind Tage, die lange in positiver Erinnerung bleiben. Alle vier haben sich einverstanden erklärt, dass ich die Bilder im Blog nutzen darf. Die eine oder andere Seite werden Sie sich evt. auch ansehen.
Sollte sich euer Weg einmal von der Ecke Freiburg, bzw. aus DK nach Kiel ergeben, dürft Ihr euch gerne melden.