Im Hotel Fuchsbau konnte ich schon sehr früh mein Frühstück einnehmen. Nach einer gewittrigen Nacht war es heute zum Glück nicht mehr so warm. Nach kurzer Zeit konnte ich bis Waidhaus einen Radweg auf alter Bahnstrecke nutzen. Kurz hinter Waidhaus kommt dann auch schon die Grenze.

Geradeaus an der Straße ging es in den Ort Rozvadov (Roßhaupt). Der Ort ist dadurch bekannt, dass er ein großes Casino hat. Bis zu 250 Leute können dort gleichzeitig spielen.

Wie schon gestern führte mich der Radweg an Orten vorbei, die es so heute nicht mehr gibt. So wie hier ..




Nur wenige 100 Meter weiter ist der Weg gleichzeitig Grenze gewesen. Auch an diesem Ort war Herr Genscher aktiv.

Von Reichenthal gibt es nur noch diese Linden.


Hier musste ich mich entscheiden: zwischen den Radweg Eiserner Vorhang (Nr. 13), der seltsamerweise auf deutscher Seite lief oder dem Radweg 2238 auf Tschechischer Seite. Zuerst bin ich die Nr. 13 gefahren. Der Weg wurde immer schlechter und es ging kurz zurück. War dann doch die bessere Wahl.
Auch hier gab es reichlich zu sehen und der Weg ging auf und ab. Zwar nicht immer guter Grund – aber damit muss ich im Wald leben.



Unterwegs wie gehabt …



Auch bin ich jetzt wieder aus dem Bayrischen Wald raus und im Naturpark Oberpfälzer Wald angekommen. Hier ist es auch nicht mehr ganz so hoch.

Was aber nicht bedeutet, dass die zu fahrenden Höhenmeter weniger werden. Es ist halt hüglig und die Wege gehen gerade rüber und machen keinen Bogen um den Berg.
An der ehemaligen Siedlung Waldheim …


… verließ ich den Radweg 2238. Es ging nach Vorderwaldheim auf deutscher Seite. Erst kurz im Tal gewesen und schon wenig später diesen Überblick.

Auf zum Teil sehr lockeren Schotterboden ging es langsam höher. Ich dachte nach jeder Kurve es geht doch nicht noch höher – und es ging höher. Aber zum Glück konnte ich fahren und es gab lange Zeit nichts zu sehen.


Erst im Bereich von Silberhütte ergab sich die Gelegenheit der beiden Bilder oben.
Und dann wurde es lustig. Dort stand ein Schild – ich habe es leider nicht bildlich festgehalten – darauf stand schlechte Wegstrecke für Radfahrer. Ich bin wirklich einiges gewohnt, aber Radfahren ging hier überhaupt nicht. Ich war froh, dass es runter ging und ich es einfacher mit schieben hatte. Über Wurzel, dicke Steine, tiefe Fahrspuren – es war alles vorhanden. Ich habe es geschafft und bin zur ….


… gekommen.
Es wurde etwas dunkel am Himmel und so entschloss ich mich spontan an dieser Hütte und Brunnen meine Pause zu machen.


Auf dem Radweg kam eine Frau mit E-Bike und fuhr in entgegengesetzter Richtung. Ich frage mich wie sie es geschafft hat im Bereich der „schlechte Radstrecke“ weiterzukommen. Im Hintergrund konnte ich Bärnau schon erkennen.

Auch wenn ich gut in der Zeit war, habe ich mich hier entschlossen nicht weiter über den Radweg im Wald zu fahren. Der Weg sollte nicht einfach befahrbar sein. So bin ich über kleine Landstraßen nach Griesbach …

.. an Redenbach vorbei nach Mähring …

.. gefahren. Hier bin ich wieder auf den Radweg gekommen und bin in entgegengesetzter Richtung gefahren. Ich wollte zum Gedenkstein für Hans Dick. Das letzte Opfer an dieser Grenze. Er wurde am 18.09.1986 erschossen und dies wohl auch nur durch ein ganz großes Unglück. Grenzsoldaten verfolgten zwei Flüchtige und deren Weg kreuzte sich. Und das Ganze schon auf dem Gebiet der Bundesrepublik. Beim späteren Gerichtsverfahren wurden allerdings beide freigesprochen. Der
damalige Präsident Gustav Husák entschuldigte sich und leistete eine Entschädigung von 100.000 DM an die Familie. Leider habe ich diesen Gedenkstein nicht gefunden. Eigentlich bin ich weit genug zurückgefahren. Schade!
Auf dem Rückweg habe ich dann die Bilder der Hammermühle mit den Stauwehr gemacht.



Bilder der Kirche St. Katharine von Mähring.



Hier ist die Gedenktafeln für die gefallenden Soldaten mit Fotos der Menschen gestaltet worden.

Die Geschichte der alten Glocke.


Schon eine schöne Gegend. Rechts am Waldrand verläuft die Grenze.

Mitten im Wald, ohne Ort, steht die Nikolauskirche.

Den Mittelpunkt Europas verpasse ich nur knapp.

Zu den vielen historischen Grenzsteinen kommt man nur als Wanderer.

Heute Nacht bin ich in Altmugl. Und der (alte) Mittelpunkt ist noch näher. Ich hatte allerdings keine Lust dorthin zu gehen.

Kurz vor Altmugl hatte ich dies Panorama auf Neualbenreuth.


Jetzt ergab sich doch noch so manches Fotomotiv.



Und an der Stelle steht auch ein kleiner Brunnen – kein Trinkwasser – Bienen können wohl nicht lesen.


Es ist nur noch diese und eine weitere Nacht bevor ich Bayern verlassen und ins Bundesland Sachsen wechseln werde. Das Erzgebirge wartet mit doch recht hohen Bergen.
Bei dem von mir im Bild gestern festgehaltenen „Stromkasten“ handelt es sich um einen Verteilerkasten für Telefonleitungen. So der nette Hinweis von einem fleißigen Leser der Berichte. Vielen Dank an Frank aus Essen.