11.07.2023 Waldmünchen – Vohenstrauß

Gestern beim Abendessen auf dem Biohof Großeiberhof traf ich auf ein Ehepaar, welches ich schon in Waldmünchen in der Eisdiele gesehen hatte. Sie machten hier auf dem Biohof, mit ca. 60 Kühen und Hühner, Urlaub. Da wir nur zu dritt beim Essen waren, ergab sich einfach ein Gespräch. Dabei stellte sich raus, dass die beiden gestern einen großen Teil der Strecke mit dem Rad gefahren sind, die
ich auch gefahren bin. Er ist leidenschaftlicher Radfahrer ohne ‚Unterstützung‘ – seine Frau darf mit Motor fahren. Heute wollten sie eine Tour in die gleiche Richtung machen – zum geschleiften Ort Grafenried.

Der umgebaute alte Kuhstall
Dort sind Ferienwohnungen

So hatten wir auch beim Frühstück noch Zeit uns zu unterhalten.

Die heutige Tour hat mich schon sehr an die ehemalige innerdeutsche Grenze erinnert. Sehr viele Informationsschilder, ganze viele verlassene, bzw. geräumte Siedlungen/Dörfer und zum Teil ewige Strecke durch Wald und Wiesenlandschaften mit einer Fülle an Natur.
Vorbei am Perlsee, der noch ganz ruhig dort lag. Der benachbarte Campingplatz war nur zum Teil wohl schon aufgestanden.

So langsam bergan …

.. hatte ich den Grenzübertritt vor Augen. Heute wurde dort alles hübsch gemacht. Die Baustelle im Vordergrund zwang mich etwas über ein Feld zu fahren. Hatten viele andere auch schon gemacht.


Und dann war Grafenried, bzw. die Reste des Dorfes erreicht. War wieder so ein bedrückendes Gefühl wie bei der Radtour 2020, beim Besuch des geschleiften Ortes, Wüstung Jahrsau zusammen mit Ulrike.


Hier jetzt nur eine kleine Auswahl an den Informationen, die hier zur Verfügung standen.

Man könnte die Treppen noch herauf gehen …


Ich konnte gar nicht solange bleiben und bin dann auch weiter. Ich hatte noch eine gute Strecke vor mir. An mehreren Stellen im Wald standen Bienenstöcke – das muss wohl dann Waldhonig werden.

Unterwegs in der doch recht einsamen Landschaft traf ich mehrere junge Leute. Vier davon mit Gepäck und die anderen immer alleine auf dem Wanderweg. Konnte ich mir keinen Reim draus machen.

Die ersten verlassenen Dörfer.

Heute ging der Weg nicht nur durch Wälder und somit ergaben sich immer wieder schöne weite Blicke in die Natur.

Im Bereich um Rybnik (Waier) verläuft auf den Höhen eine wichtige europäische Wasserscheide.


Der Ort selber besteht nur aus einigen Wohnblöcken. Es gibt aber riesige Ackerflächen, die bearbeitet werden müssen.

Weiter ging es an abgeernteten Feldern vorbei ..

.. um immer wieder zu verlassenen Dörfer zu kommen. Es nahm eigentlich kein Ende.


Jetzt ging es für gute 4 km bergan. Ich hatte mich schön gefreut – ganz neuer frischer Asphalt. Da dachte ich mir die 12 % im Schnitt ist kein Problem. Aber als es steiler wurde, war kein Asphalt mehr da. Und dann stellte sich auch noch etwas im Weg…

Bei kleinen Bachläufen wurde unterwegs eine kurze Pause eingelegt und Getränke wieder runter gekühlt.

Egal welcher Aussichtsturm auf welchem Berg es ist… Er war zu weit und zu hoch.

Zu der Ortschaft Ples (Plöss) mal weitere Informationen.

Nach 1945 wurde es wieder spärlich besiedelt. Die Besiedlung wurde dann aber 1950 komplett gestoppt. Nur das ehemalige Berghotel und das Forsthaus blieben stehen. Aus dem Berghotel wurde eine Kaserne.
Auch im Jahr 1950 wurde der bekannte Schmuggler Zika beim versuchten Grenzübertritt erschossen.
1970 wurde auch das Berghotel abgerissen – da die Grenzsicherung ins Landesinnere verlegt wurde. Das erhaltene Forsthaus wurde 1990 zu einer Pension umgebaut. Heute werden hier neue Ferienhäuser und auch Eigenheime gebaut.
Am Grenzübergang Ples/Friedrichshäng steht dieses Kunstwerk.

Es ist ein „Wunschbaum“, der 2015 Zusammenarbeitet mit diversen Künstlern und Architekten von Schülern der Grundschule Schönsee gestaltet wurde.
Jetzt blieb ich für rund 8 km auf deutscher Seite und fuhr durch aufgelockertes Waldgebiet in der prallen Sonne. Unterwegs stimmte die Wegeführung in der Natur nicht mehr mit der in den Karten aufgeführten übereinander. Es wurde einfach verändert. Zuerst hatte ich ein komisches Gefühl. Ich weiß auch nicht warum… laut Karte und in der Natur gibt es den Weg noch.
Zwischen Eslarn und Zelezná (Eisendorf) gibt es diesen großen Grenzübergang mit eine Duty-Free Laden. Hier deckte ich mich mit neuen Getränken ein.

Die nächsten 12 km gingen fast flach durch offene Landschaft, ein wenig Wald und kleine Sumpfgebiete.

Biber?
Links Sumpf – rechts Wiese

Kleine Gräben, voll mit Seerosen und eine Vielzahl von Libellen flogen umher.

Libellen sind nicht erkennbar.

Zwischendurch dachte ich: „Hier ist auch schon länger keiner mehr gefahren.“

Dieser Weg endet sogar im Wasser.

Und immer wieder tauchten neue Informationsschilder auf.

Ganz so trocken konnte es in den Wiesen nicht sein. Es sah alles sehr frisch aus.

In der Ferne hörte ich dann aber schon wieder die Lebensader der Menschen. Die A6 bzw. die E50 war nicht mehr weit.

Am alten Grenzpunkt ..

Mit einem hoffentlich Stromlosenkasten …

.. war auch die Tour fast beendet. Leider musste ich noch 12 km bis zum Hotel fahren. Im Waidhaus wollte man mich nicht, bzw. wie schon geschrieben waren noch Betriebsferien. Auf einem Radweg neben einer Landstr, die wiederum parallel zur A6 läuft, ging es Braunets-Rieth. Also der volle Gegensatz zu den erst 50 km des Tages. Und das gleiche morgen wieder zurück.

Frisch in roter Farbe „Der Fuchsbau“.

Der Bericht von 11.07.2023 kommt erst heute. Ich hatte kein Internet, bzw. WLAN klappe nicht im Haus mit meinen Geräten.

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