09.07.2023 Lindberg – Furth im Wald

Auch hier war es heute sehr warm. Dazu noch ein langer Tag – ich brachte es auf mehr als 5 Stunden Fahrzeit. Sonst rechne ich ja immer mit max. 4 Stunden fahren – der Rest Pause mit Sehenswürdigkeiten anschauen etc. Passte heute so nicht. Dabei fing der Tag noch gut an. Es war kühl, aber die Sonne stand heute schon verlockend warm am Himmel.

Im Bereich von Lindbergmühle findet zurzeit ein großer Holzeinschlag statt. Ich denke sie wollen die Fichten mit den Borkenkäfern aus dem Wald holen.

Hinter Ludwigsthal bin ich dann von der Route abgewichen, um dann mehr oder weniger immer parallel neben der Eisenbahnlinie zu fahren. Der Weg war etwas kürzer, aber wohl schlechter zu fahren. Dumm gelaufen.
Unterwegs immer kurze Blicke zum Großen Arber gehabt.

Ich hätte jederzeit wieder auf die richtige Radstrecke wechseln können. Es gab Tunnel oder Weg oben rüber.

Auch von hier hatte ich einen Blick zum Berg.

Bayrisch Eisenstein

n Bayrisch Eisenstein gibt es einen Grenzbahnhof. Zu Zeiten des Kalten Krieges wurde ganz einfach zwischen dem Bahnhof eine Mauer gezogen und die Gleise getrennt.

In diesem Bereich war zugemauert.

Vor dem Bahnhof eine Skulptur mit einem Stück Schlagbaum.

Am Ende des Bahnhofes ein kleines Stück alte Grenzanlage.

Wer erinnert sich nicht an die Worte – an den unvollendeten Satz von unserem Außenminister Genscher in Prag. Hier war er auch aktiv.

In Zelezná Ruda (Markt Eisenstein) traf ich dann den Zug.

Und im Hintergrund den Großen Arber!

Hier war ich kurz in Tagträumen versunken und habe die Umleitungsschilder nicht gesehen. Darf passieren… Habe doch den Weg nach Spicák (Dorf Eisenstein) gefunden und über einen neu geteerten Weg erreicht. Wenig später, aber einige Meter höher hatte ich …

… diesen Ort erradelt. Hier war der Parkplatz wieder richtig voll. Alle wollten zum See Cerné jezero. Einige km ging es auf einer Höhenline entlang bevor der Anstieg zum See bevorstand. Vorbei an „Heiligen Figuren“ ..

… war der See als Ziel willkommen.

Ist wohl kein Badesee

Weiter, zum großen Teil im Schatten, ging es Berg auf und ab, um genau auf 1000 Meter Höhe zu sein.

Nur selten hatte ich solche Blicke ins Tal runter in die Tschechische Republik.

Jetzt ging es für eine lange Zeit auf einem sehr gut asphaltieren Weg (der EU sei Dank) fast 300 Meter den Berg runter.

Die Zahl links unten bedeutet Radwege Nr. 2015

Auch die Beschilderung war wieder traumhaft.

Jetzt auf Weg Nr. 2055

Nach dem Grenzübergang beim Bayrischen Eisenstein ging es jetzt wieder für kurze Zeit nach Deutschland.

An dieser Stelle traf ich auf eine Familie die vom Wandern zurück kam. Kurzes – aber nettes Gespräch geführt. Der Opa war früher Lehrer und fragt mich ob ich in der JH Furth im Wald übernachten werde. Ich verneinte und erzählte was ich früher gemacht habe. Er zeigte Verständnis und seine Frau meinte im Gasthof Fellner (dort war ich) gibt`s gutes Essen.

Jetzt gab es auch wieder weiteren Fernblick.

Nach kurzer Zeit ging es dann über eine Autostraße wieder zurück nach Svatá Katerina (Sankt Katharina). Hier ging es links ab, um zum Dreierlei Flecken …

… zu gelangen.

Und schon stand der nächste und für heute letzte Grenzübertritt an. Hier machte ich dann auch meine größere Rast.

Bis nach Furth im Wald waren es noch …


Die nicht mehr genutzten Sperranlagen haben eine neue Bedeutung gefunden. War mir schon auf der gesamten Strecke aufgefallen.

Mit meinem eigentlich ursprünglichen Ziel Warzenried hatte es leider nicht geklappt. Daher war die Strecke heute auch fast 80 km lang. Nun waren es einige Meter mehr und morgen habe ich dann nur ein ganz kurzes Stück vor mir.

Wieder ein schönes Panorama.
Einige Zeit später fuhr ich auf dem alten Kontrollweg des Zolls. Rechts der Wald ist Grenze.

Unterwegs tauchen immer wieder Erinnerungshölzer auf. Es sind keine Gräber.

An einer Rasthütte flog mir eine Fliege ins Auge. Sollte so sein. Der dort sitzende Mann war früher beim Zoll beschäftigt und konnte mir so manche Dinge erzählen. Kontakt zum Zoll/Grenzer auf der anderen Seite hatten sie nicht. Die „drüben“ haben sich immer umgedreht oder sind fortgegangen. Auch die Amerikaner sind hier Streife gelaufen. Eines Nachts sind drei Soldaten zu weit rüber gegangen und wurden verhaftet. Nach drei Tagen Verhör sind sie wieder freigelassen worden.
Und als deutscher Zoll konnten sie nicht eingreifen. Er schwelgte nur so in Erinnerungen.
Zwischen Eschklam und Vserubý (Neumark) gibt es einen Übergang für Fahrzeuge.

Auf der anderen Seite die bekannten weißen Pfähle.

Spanien ist nicht weit.


Über schöne Nebenwege, aber in der vollen Sonne, fuhr ich über Schachten und Gaishof weiter. Hier traf ich auf das Schmugglerdenkmal.

Sieht man auch sehr selten. Eine Einfahrt ins erste Obergeschoß der Scheune.

Diesen Berg habe ich fast die gesamte Zeit über immer wieder gesehen.

Kurz vor Furth im Wald gibt es den Drachensee.

Hier waren wohl noch Gelder übrig. Es sind nur einige Information zum See und weitere Touristische Info`s dort ausgestellt.

Geschafft und auch etwas platt war Furth im Wald …

Schloss

.. mit meinem Hotel erreicht. Im Biergarten gab es erst einmal ein schöne kalte Cola. Zucker war angesagt.

Beim Abendessen später im Biergarten saßen am Nebentisch zwei Herren die kurzfristig noch eingecheckt hatten. Wie sich im Gespräch ergab, auch Sie fahren noch nach Karte, kam einer aus der Nähe von Erfurt und der andere aus Leipzig. Die beiden waren in Passau gestartet, dort in der Jugendherberge Übernachtet, und eine ausgeschilderte Mountainbike Strecke geradelt. Wir tauschten gegenzeitig unsere Erfahrungen aus, plauderten über alte DDR-Zeiten und Ihr großes Ziel ist dann noch eine Alpenüberquerung! Beide so um die 75 Jahre alt. Hut ab!! Da es Ihr letzter Abend war könnten Sie sich noch, dass eine und andere Bier. Jedenfalls war es ein sehr netter Abschluss des Tages und ich habe mich dann doch verabschiedet.

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