Töpen – Dreiländerpunkt 27.08.2020

Heute sollte es der letzte Tag bis zum Ziel werden. Ich bleibe heute Nacht noch in Regnitzlosau und anschließend noch bis Montag in Hof.
Nach dem Sturm war es heute ruhiger und ich freute mich auf eine schöne Fahrt.


Ich habe es häufiger und sehr deutlich gehört. So schön waren die letzten Wochen.
Am Hotel ging es dann schon kurz vor 09:00 Uhr los.

Da Töpen etwas abseits der Strecke lag, bin ich zuerst nach Münchenreuth gefahren und hatte unterwegs wieder schöne Blicke in die Weite.

Nicht weit entfernt gibt es den Drei-Freistaaten-Punkt. So hatte ich schon sehr früh mein erstes Dreiländereck erreicht.

Ich stehe noch in Bayern.


Weiter ging es auf dem Kolonnenweg – jetzt aber in Sachsen. Damit hätte ich alle neuen Bundesländer im Verlauf der Fahrt auch erreicht.

Die erste Ortschaft, die ich in Sachsen erreichte, war Grobau. Ab hier merkte man doch sehr deutlich, dass dieser Zipfel in der untersten Ecke der Republik ist. Viel Leerstand von Häuser und dann doch wieder schöne Ecken und gepflegte Häuser.

Hat schon bessere Zeiten gesehen.

Mit wenigen kurzen Anstiegen rollte es auf guten Straßen immer entlang der Grenze. Leider gab es auf der Strecke nicht einen einzigen Hinweis über die geschleiften Dörfer, Höfe etc. Und dies gab es auch hier im Vogtland.Sehr schade. Über die Autobahn A72 kann man die Kapelle St. Clara von Heinersgrün erblicken.

Hier steht -zurzeit in der Renovierung- einer der beiden letzten Wachtürme an der ehemaligen Grenze zwischen Sachsen und Bayern. Die Anzahl der Wachtürme, die ich in dieser Zeit noch gesehen habe, kann ich nicht sagen. Statistik gab es zu DJH Zeiten!!

Die von Süden kommende A 93 trifft sich hier mit der A 72. Naturschützer haben es verhindert, dass diese Autobahn direkt auf das Grüne Band gebaut wurde, dass hier in vielen Bereichen sehr geschützt und gepflegt wird. Hier nur ein Beispiel.

Heinersgrün und auch später Sachsgrün vermitteln einen netten Eindruck.

Und immer wieder die schöne Landschaft wo sich Sonne und Wolken heute regelmäßig abwechselten.

Kurz hinter Posseck ..

… mit einen sehr schönen Platz und Informationen am Dorfteich .

… verlässt man auch schon nach gefahren 24 km das Bundesland Sachsen. Die Grenze selber ist etwas länger – aber die Kürzeste, die es gab. (Verbesserung: Brandenburg hatte die kürzeste Grenze zur BRD)

Das letzte Stück Kolonnenweg!

Was ich habe gezählt habe, sind die von mir fotografierten Schilder, die auf die Grenzöffnung hinweisen. Ich habe davon ja nur einen kleinen Teil in den Blog gesetzt. Heute das letzte davon.
Jetzt eine Karte der letzten Kilometer zum Ziel.

Ich konnte das Ziel schon grob anhand meiner Karte ahnen. Da wo der rote Pfeil hinzeigt, müsste es eigentlich gewesen sein. Bin mir aber auch nicht sicher.

Unterhalb der Gröbner Höhe (575 m) steht dann der letzte erhaltene Wachturm.

Was ich aber heute positiv festgestellt habe, ist die Tatsache, dass der Weg zum Ende sehr gut ausgeschildert ist. Das war leider nicht immer so. Gut, dass ich mir alle topographischen Karten besorgt hatte. Heute kam dann auch die Letzte zum Einsatz.

Selbst die letzten 300 Meter werden noch ausgeschildert.



A N G E KO M M E N

Das Bild durfte zweimal!
Das Schild Staatsgrenze ist praktischer Weise drehbar.


Ein recht unscheinbarer Platz, mitten im Grünen, mit gar nicht so viel Information auf deutscher Seite. Auf der tschechischen Seite gibt es wenigstens noch Bänke. Getroffen habe ich hier auch nur Radler aus Tschechien.

Hier habe ich mich dann eine gute Stunde aufgehalten und bin sehr glücklich hier gesund angekommen zu sein. In Regnitzlosen, ca. 5 km entfernt, gibt es auch noch einen Dreiländerbrunnen.

Und auf einem Wegweiser wird hier ausdrücklich in Richtung Kolonnenweg hingewiesen. Was es nicht alles so gibt.

Innerhalb der nächsten 10/14 Tage werde ich noch ein Fazit mit weiteren Fotos zu dieser Reise schreiben. Ich möchte und muss die Reise jetzt auch abschließen und brauche dafür einige Zeit. Für heute ist es dann erstmal der letzte Betrag. Vielen Dank an alle – heute ist auch noch Anne 🙂 aus Coburg dazu gekommen. Freut Euch schon einmal auf mein Fazit.

Zum Schluss noch einige Fakten.
Auf den insgesamt 2.571 km hatte ich keine Panne. Ich saß 173 Stunden auf dem Sattel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas über 14 km/h. Entspannung sollte es sein! Kette, Brems- und Schaltzüge wurden im Harz gewechselt. Bremsbeläge einmal erneuert. 2 Flaschen Kettenöl verbraucht. Nicht alle Anziehsachen gebraucht und zum Glück auch kein Pflaster/Verbandsmaterial. 20 Mundschutzmasken benötigt.


Hier einige Fakten zum ehemaligen Grenzverlauf des Landes …

….. wird auch nicht mehr gebraucht.

Zäune: 2.571 km
Mauern in Orten: 32,7 km (ohne Berlin)
Kfz-Sperrgräben: 643 km
Türme: 597
Kolonnenwege 1.572 km
Grenzlänge 1.440 km
Leid über Menschen gebracht: Nicht zählbar.

Ein Malheur ist mir dann aber doch passiert. Habe es bisher verschwiegen – weil es nichts Schlimmes war und gut ausgegangen ist. Auf der Fahrt nach Bergen/Dumme habe ich im Ort Luckau doch tatsächlich meinen Helm nach der Pause liegen gelassen. Im Blog hatte ich nur folgendes geschrieben: hilfsbereit ist allerdings das Hotel Nigel.

Ich hatte die Wirtin gefragt ob es hier einen Fahrradladen gibt. Sie sagte leider nein, aber was würde ich denn brauchen. Ich erzählte Ihre die Geschichte und Sie konnte mir helfen. Der Zufall wollte es, der Koch wohnte dort und hatte um 17.00 Uhr Dienst. Er hat den Helm mitgebracht. Er lag die ganze Zeit im Dorfmittelpunkt an der Schutzhütte.

Dieses Schild habe ich heute rund 7 km vor dem Ende im Garten von Leuten in Gassenreuth gesehen. Ist doch wie für mich gemacht – dem kann ich nichts hinzufügen.


Tschüß

3 Kommentare zu „Töpen – Dreiländerpunkt 27.08.2020

  1. Gratulation. Wir freuen uns sehr mit Dir. Lass die schöne Reise entspannt ausklingen. Danke, dass wir so detailliert teilhaben dürften.
    Echt tolles Projekt. Daumen hoch.
    Bleib gesund und bis bald.
    Viele Grüße aus Isenhausen

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  2. Herzlichen Glückwunsch.
    Du hast Dich durchgesetzt und Deinen sorgfältig und intensiv vorbereiteten Traum verwirklicht.

    Komme gut wieder nach Hause.

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  3. Gratuliere zu dieser Reise. Ich habe ja nur die letzten Tage verfolgt, aber jeden Abend auf den Bericht gewartet. Einfach toll, deine Erlebnisse. Wünsche dir eine gute Rückreise. Danke und bleib gesund. Grüße aus Bremen. Anne

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