Blankenstein – Mödlareuth/Töpen 26.08.2020

Heute wurde es ein abwechslungsreicher, mit vielen Eindrücken gespickter Streckenverlauf für mich. Ich hatte für den Tag viel Zeit eingeplant und es war auch die kürzeste Strecke während dieser Erlebnis-Entspannungsreise. Da es doch sehr frisch und windig war konnte ich leider nicht an den schönen Stellen länger verweilen.
Auch der Ort Blankenstein hatte seine Mauer. Es ist nichts mehr davon vorhanden. Wie sagte der Wirt: „Wir haben lange genug darauf geguckt, die musste weg!“ Keine 15 km Luftlinie weiter haben es die Bewohner anders gesehen.
Es ging runter über die Selbitz und entlang der Saale auf der Straße nach Eisenbühl. Vorher noch ein Blick zum „Gasthaus Rennsteig“ mit der Saale im Vordergrund.

Auf dem folgenden Bild die Radstrecke der ersten km.

Der rote Pfeil stellt den Standort des nächsten Bildes dar.

An dieser Stelle standen einmal fünf Häuser. Sie mussten der Grenzsicherung weichen. Die nächste Aufnahme habe ich vom unteren Bogen der Saale aus gemacht. Die Brücke steht neben der Nr. 7 im Plan.

Hier wechselte ich das Flussufer, um ein gutes Stück auf dem Kolonnenweg neben der Saale fahren zu können. Die Saale war Grenzfluss. Bei der Ortschaft Pottiga wurde ein herrlicher Aussichtsturm mit Überblick ins Saaletal gebaut. Das war mein Ziel. Vorher hatte ich noch diese Aussicht.

Um zur Aussichtplattform zu gelangen, blieb mir nur die Möglichkeit einen Schotterweg hoch zu schieben. Der Aufwand hat sich voll gelohnt.


Der Knick am Geländer liegt an meinen Bildern. Mein Bruder hat das beste gegeben. Ich habe gelernt mal soll den Vordergrund offen lassen. Aber die Saaleschleife ist doch gut zu erkennen.

Und so sieht die Plattform aus. Insgesamt führen noch 31 Stufen auf das Podest hinauf.

Der Ort Sparnberg liegt oberhalb der Saale und hier war direkt Grenze. Leider habe ich nichts gefunden wie es hier früher ausgesehen haben muss.

Die Brücke über die Saale zum Nachbarort Rudolphstein gibt es erst wieder seit der Grenzöffnung – hier mit der Kirche von Sparnberg im Hintergrund.

Von Rudolphstein hat man einen schönen Blick auf Pottiga und der Aussichtsplattform. Also einmal runter ins Tal und dann wieder rauf.

Das sollte heute auch noch einmal so sein. Ansonsten ging es und ich hatte immer Schiebewind bei den Passagen, an denen es hoch ging. Das Glück habe ich mir in den letzten Wochen erarbeitet!!
Wenig später überfährt man die A 9 und ganz im Hintergrund steht dieses Schild.

Nachdem man einige Zeit die Saale verlassen hatte, führte die Strecke mich nach Hirschberg und die beiden verlassenen Häuser mit der Saale waren das Erste, das ich gesehen habe.

Hirschberg war zu DDR-Zeiten nach Westen mit einer etwa 1500 Meter langen Mauer abgegrenzt und die Brücke über die Saale gab es auch nicht mehr. Auch hier steht nichts mehr von der Mauer.

Heute hat man diesen Blick.
Und so sah es 40 Jahre lang aus.
Für alle ein einmaliges Erlebnis.

Auf westlicher Seite gab es einmal dieses Cafe. Die Inhaber zählen auch zu den Verlierern der neuen Zeit. Jetzt kommt keiner mehr „schauen“, was die da drüben machen.

Von Hirschberg war es jetzt bis zum geteilten Ort Mödlareuth (der ZDF Film Tannbach hatte diesen Ort als Vorlage, wurde aber hier nicht selber gedreht) nicht mehr weit. Vorher stand aber die härteste Prüfung auf dem Programm.

Da musste ich rauf – es gab keinen anderen Weg! Die ersten 70 m bin ich gefahren – dann habe ich geschoben, um diesen Blick auf Hirschberg zu haben.

Schon an der Straße von Juchhöh nach Mödlareuth sieht man ein ganz langes Stück der alten Grenzsicherung.

Zaun, KFZ – Sperrgraben – Minenfeld, hier gepflügt – Kolonnenweg

Die nächste Stelle vor dem Ort gibt Stoff für zwei Geschichten. Auch hier musste eine Mühle den Sicherungsmaßnahmen weichen. Der Mühler mit Familie hat aber vorher rüber gemacht.

Das Haus oben ist auf dem Bild vorher auch zusehen.

Laut Akten gab es hier nur einen geglückten Fluchtversuch. Auf insgesamt 11 Seiten wurde dieser Vorfall durch das MFS aufgeschrieben und entsprechende Gegenmaßnahmen, auch Verschärfung zu Nutzung des Schießbefehls notiert.

Die Leiter, frisch gestrichen.

Dann steht man nur wenige Meter weiter vor diesem Bild und denkt wie konnte die Bevölkerung dies aushalten.


So wie bei den anderen Grenzlandmuseen stehen einige Dinge an Ort und Stelle, andere Sachen sind von anderen Standorten der Grenzsicherung hier auf- und ausgestellt worden. Es soll ja auch die gesamte Übersicht der diversen Maßnahmen dargestellt werden. Nicht alle bereisen ja innerhalb von 60 Tagen alle Standorte, die unsere deutsch-deutsche Geschichte darstellen. Daher gibt es immer wieder Wiederholungen. Der Schrecken der Maßnahmen und deren Auswirkungen werden dadurch aber nicht kleiner. Allerdings kann man hier in Mödlareuth gut das Vergangene mit der Gegenwart vergleichen. Die meisten Häuser und Scheunen stehen auch heute noch. Überrascht war ich über den doch sehr großen Besucherandrang an diesem Tag. Das hatte ich bisher so nicht erlebt.
Vor dem Eingang zum Museum steht diese Tafel.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, passen die beiden nächsten Bilder sehr gut.

Jetzt einen kleinen Rundgang durch das Freigelände.

Die „Igel“ Sperrvorrichtung. Wurde an Straßen im 5 km Radius eingesetzt.
Ostseite
Westseite

An der Position hat man den Vergleich damals – heute.

Der Bach im Vordergrund war die eigentliche Grenze.

Hier die nächste Stelle zum Vergleich.

Schön, dass die Einwohner diesen Wunsch hatten. So kann die nächste Generation diesen Wahnsinn erleben und begreifen. Auch solche verbotenen Bilder werden ausgestellt.

Im Museum selber gibt es eine sehenswerte Ausstellung über das Leben im Grenzbereich und eine Darstellung wie es zur Wende letztendlich gekommen ist.

So sehe ich es auch. Das war der Wendepunkt in der Geschichte.

Die hellen Punkte kommen von der Beleuchtung/Strahler im Raum. Ging nicht besser.

In einem alten, angrenzenden Stallgebäude werden diverse Wagen der NVA und des Bundesgrenzschutzes ausgestellt.

Laut Plan wird es morgen eine normale Fahrstrecke ohne die besonderen Höhepunkte wie im Laufe des heutigen Tages. Das Highlight und der Endpunkt der Reise wird das ehemalige Dreiländereck zwischen DDR – CSSR – BRD sein. Dazu dann aber morgen mehr. Laut Wetterbericht soll es auch morgen trocken bleiben und der böige Wind verschwinden. Nur ein paar Grad wärmer wäre schon schöner. Aber ich will mich nicht beschweren. Das bisschen Regen, das ich seit dem 15.06.2020 hatte, ist nicht der Rede wert.

Immer VW – Busse mit H-Kennzeichen

2 Kommentare zu „Blankenstein – Mödlareuth/Töpen 26.08.2020

  1. Hallo Helmut,
    bei 20 % Steigung KANN der Normalmensch nur schieben. Das finde ich so beachtlich, dass Du es wenigstens 70 m versucht hast, zu fahren! Was mir bei den heutigen Bildern so aufgefallen ist: Es gibt einen Mix aus „Grenzerfahrung“, wo es keinen einzigen Hinweis noch gibt, dass da überhaupt eine Grenze war und dann wieder – museumsartig – Relikte aus einer Zeit vor 30 Jahren viel deutlicher, als ich gedacht hätte, dass dies noch so bewahrt wird. Anscheinend war das Wetter bei Dir gut. Wir hatten hier in Wesel (Zentrum des Niederrheins – wie Du weist) nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Windstärke 10 zeitweise. Jetzt ist wieder alles ruhig.
    Gute Weiterfahrt. Bleib gesund!
    Frank

    Gefällt mir

  2. Hallo Helmut,
    besonders das letzte nostalgische Bild gefällt mir besonders gut. Aber das kannst du dir ja sicherlich denken! Ich wünsche dir eine tolle letzte Etappe.
    Viel Grüße
    Sarah

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: