Ein Tag bei Lehesten 24.08.2020

Es wurde heute Herbst. Zum ersten Mal musste ich unter einem langärmligen Shirt ein Funktionsunterhemd anziehen. Den ganzen Tag über blieb es auch so frisch.
Hier noch eine verbesserte Version des Panoramabildes von gestern:

Zuerst einige Bilder, die zeigen, wie unterschiedlich Schiefer verarbeitet werden kann. Schiefer richtig an Wand und auf’s Dach verlegen, ist wohl schon sehr hohe Kunst, wie mir ein Ortsansässiger und sachkundiger Bewohner erzählte.

Meine Tour führte mich zuerst zur verlassenen Thomas-Münzer-Siedlung vor Schmiedebach.

Schon sehr seltsam der Anblick. Der Zugang hierhin und auch zur anschließenden und ebenfalls verlassenen Ortschaft Örtelsbruch geschieht auf eigene Gefahr.


Die ehemalige Ortschaft wurde von den Bewohnern nach dem Ende des Schieferabbaus verlassen. Ein richtiges Datum konnte man mir nicht sagen, aber es muss schon bestimmt so 15 Jahre her sein. Das Schieferbergwerk Oertelbruch wurde von Herrn Karl Oertel gegründet. Er selber hatte dort auch seine Villa. Die Villa steht auch verlassen am Abgrund zum Bergwerk.

So sieht Sie heute aus. Auf dem nächsten Bild nur von der anderen Seite.
Bis zur Kante kann man auch heute noch gehen.

Auf dem Friedhof von Schmiedebach hat er und seine Familie eine große Grabstelle.

Schon sehr gespenstig, wenn man durch die alte Straße fährt und überall verlassene und zunehmend verfallende Häuser sieht.

Von hier oben hatte man auch einen guten Blick in den Tagebau. Heute werden hier nur noch kleine Mengen abgebaut und zu Splitt verarbeitet.

Maschine die den Schiefer zerkleinert.

Von hier ging es zur Ortschaft Schmiedebach. Am Ortseingang von Schmiedebach stand ein Schild mit 16 % Steigung. Da ich schon in der Steigung war, konnte ich hier beim besten Willen nicht anhalten. Auf dem Rückweg vom Friedhof – hier war es etwas ebener – konnte ich doch ein Bild machen. Auch hier sind fast alle Häuser mit Schiefer gedeckt sowie auch auf den Außenfassaden vorhanden.

Durch Schmiedebach bin ich nur gekommen, weil ich zum KZ Außenlager „Laura“ wollte. Ab 1943 nutze die SS den Tagebau. Aber erst im Januar 1944 wurde mit der Familie Oertel ein Pachtvertrag abgeschlossen. Es waren insgesamt 2600 Zwangsarbeiter eingesetzt, die hier weitere Stollen graben mussten. In diesem „Betrieb“ wurden die ersten Testläufe für die Antriebe der V2 durchgeführt. So kam es auch das Werner von Braun in Lehesten hier in diesem Hotel übernachtet hat.


  Im weiteren Verlauf lasse ich jetzt nur Bilder vom Lager sprechen.

Die Baracke für 800 Menschen.


Ob das Bild aus Schiefer an der Wand schon damals hier war, kann ich nicht sagen. Und warum die Uhr auf drei vor drei steht ebenso wenig. Mein Gefühl beim Anblick war komisch…


Zurück ging es nach Lehesten, um zum historischen Schieferbergbau Lehesten zu kommen. Unterwegs führte mich ein Wegweiser zur alten Bahnstrecke mit einem Viadukt, die für den Schiefertransport gebaut wurde.

Das Viadukt von oben. Von der Seite kann man nicht mehr fotografieren.
Links oben auf dem Bild noch gut zu erkennen.

Wie es schon so häufig, war diese kleine Stelle der alten Grenze nicht vermerkt. Dabei haben sich die Kinder der Grundschule so viel Arbeit gemacht.

Dann aber jetzt zum ….

An diesem Ort kann man gut und gerne den halben Tag verbringen. So viel Zeit hatte ich aber leider nicht. Trotzdem war es ein sehenswerter Ausflug.

Wieder zurück nach Lehesten, um zum Altvater-Turm zu gelangen. An dieser Stelle wurde 1902 zuerst ein Bismarck-Turm auf den 792 m hohen Wetzstein gebaut, der allerdings 1979 gesprengt wurde. Nach der Wende entstand dann die Idee an dieser Stelle einen Nachbau des original Altvater-Turms zu bauen. Er stand im Original auf dem 1492 m hohen Berg des gleichen Namens. Die endgültige Einweihung -es dauerte bis genügend Geld vorhanden war – konnte dann am 28.08.2004 erfolgen. An dieser Stelle wird der vertriebenen Sudeten gedacht.

Hierzu kann man bei Wikipedia mehr erfahren.


Es gibt noch mehrere Gedenktafeln dieser Art an dem Turm. Auch hier ist sicherlich viel Leid über die Menschen gekommen. Wer möchte, kann im Netz noch weitere Informationen einholen.

An der ehemaligen Grenze ging es dann wieder zurück nach Lehesten.

Wenig später habe ich schon einmal für Donnerstag geprobt.


Einen Wachturm in diesem schlechten Zustand habe ich auf der Strecke auch noch nicht gesehen. Steht oberhalb des Ortes.

Hier noch einige Einblicke in und auf den Ort.

Schule für Dachdecker
Einen besseren Blick auf Lehesten habe ich nicht gefunden.

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