Kleintettau -Lehesten 23.08.2020

Es sollte heute schwerer werden, als ich gedacht habe. Es waren doch sehr schöne Berge dazwischen und der Untergrund nicht immer der Beste. So musste ich heute gute 2,5 km schieben. Ist halt dann so.
Vor dem Hotel stand dieser Wagen und kurz kam die Idee auf, dass ich diesen doch für heute auch nehmen könnte. Es blieb doch beim Rad.

Hier ein Überblick über die Glasfirma mit einem Teil des Ortes im Hintergrund.

Von Kleintettau ging es nach Tettau. In Alexanderhütte stehen diese Hinweißschilder.

An der Landesgrenze zwischen Tettau und Spechtsbrunn wurde vor fünf Jahren eine Eiche zur Grenzöffnung gepflanzt. Von 1989/1990 stand hier nichts.
Im Bereich Tettau gab es im Juli ’64 und im Juni ’73 zwei Fluchtversuche, die beide nicht gut ausgegangen sind. Die Gedenkschilder stehen im Grenzbereich. Hier bin hier nicht mit dem Rad vorbeigekommen.
Anschließend fuhr ich durch einen Wald und bin an einem kleinen Hochmoor vorbeigekommen. War jetzt aber schon sehr trocken.

2 Meter fehlen hier.

Bei Spechtsbrunn trifft man wieder den Rennsteig. Auch hier gab es mindestens zwei Fluchtversuche.

Aber auch heute konnte ich die 700 m Marke packen. Da ging es mir auch noch sehr gut. Hatte gerade auch erst 9 km hinter mir.

Die Anstrengungen wurden aber mit schönen Ausblicken in die Ferne oder auch direkt am Wegesrand belohnt.

Auf welliger Strecke ging es nach Lichtenhain. Hier dann aber gut abwärts und anschließend sofort wieder hoch, sodass ich oben meinen Weg erkennen konnte. Unten der Ort Lichtenhain.

Auf der linken oberen Bildseite ging der Weg.

Der hier vorhandene Schotterweg ging nahtlos in den Kolonnenweg über. Hier konnte ich aber ganz gut in der Mitte fahren.

Unterwegs kommt man an einem alten Wetzsteinbruch vorbei. Nur dank der Erklärung ist es noch erkennbar.

Wenig später kommt man hier hin:

Das Bad Blankenheimer Friedrich-Fröbel-Gymnasium macht hier am Grünen Band regelmäßig Projekttage u.A. zum Thema Grenze. Ganz viele Zettel – leider sehr klein geschrieben – geben Auskunft über Grenzverlauf und Weiteres. Aber es gibt auch Schriftstücke mit vielen Namen der Grenzopfer bis 1989. Ich habe einige wiedererkannt. Auch an den Journalisten Kurt Lichtlein wurde hier gedacht. Siehe Bericht nach Zicherie. Auch ein sehr schönes Projekt der Schule – ähnlich wie das Projekt des Fallstein Gymnasium Osterwieck. (Tagesbericht Hornburg und Umgebung).

Durch eine kleine Unaufmerksamkeit bin ich wenig später kurz in die falsche Richtung gefahren. Vorher habe ich zwei Radfahrer getroffen, die nicht mehr wussten, wo sie waren. Ich konnte helfen! Ich hatte auch Glück, dass der Weg fast auf einer Höhe verlief. Mein Weg sollte mich eigentlich zur Thüringer Warte führen, wo ich auch angekommen bin.

Der Turm ist 26,5 m hoch und steht auf dem 678 m hohen Ratzenberg. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick in alle Himmelsrichtungen. Der Aufstieg hat sich richtig gelohnt. Von dem ehemaligen Grenzverlauf ist allerdings so gut wie nichts mehr zu erkennen. Nur anhand der Karte konnte ich so grob abschätzen, wo der Kolonnenweg Grenze gewesen sein muss. Das sah zu Zeiten der DDR ganz anders aus.

Im Eingangsbereich ist eine kleine Ausstellung über den Frankenwald, den Grenzverlauf und besondere Besuche an dieser Stelle zu sehen.


Auch unser Bundespräsident Heinrich Lübke, der die JH Kiel 1961 eingeweiht hat, war 1964 hier. Unsere Wege kreuzen sich – auch wenn Jahre später.

Jetzt drei Bilder vom Blick des Turmes.

Das Ganze als Panoramabild.

Heute war es etwas komplizierter für meinen Bruder. Ich habe den Standort bei den Bilder verändert, was ich nicht hätte machen sollen. Sieht aber trotzdem sehr gut aus. Herzlichen Dank dafür!!

Kleine, nette Begebenheit auf dem Weg zum Turm: Vor mir lief ein Mann (65 Jahre alt) den Weg hinauf. Er konnte nicht mehr und ist dann gegangen, sodass ich ihn im Fahren überholen konnte. Da war der Ehrgeiz des Mannes gepackt und er lief eine Zeit parallel mit mir den Berg hoch. Zum Schluss sind wir beide gegangen.
Zurück ging es bergab nach Lauenstein und tollen Blick zur Burg.

Auf der Bahnstrecke Ludwigstadt -Probstzella war auch in der Zeit bis 1989 regelmäßig Zugverkehr. So nutzten etwa 1960 rund 600.000 Menschen den Zug. Nach dem Mauerbau verringerte sich das Fahrgastaufkommen erheblich. Erst ab 1964 fuhren (mit Schwankungen) rund 400.000 Menschen auf dieser Strecke. Im Juni 1983 wurde der Bürgerrechtler Roland Jahn in diesem Bereich aus der DDR abgeschoben.

Die Bahnstrecke bei Fischbachsmühle. Heute werden hier Pralinen hergestellt.
Bahnanlage bei Probstzella.

An der Straße B 85 steht unverhofft noch ein Stück Zaun.

Die Villa Falkenstein ..


…lag genau auf der Grenze. Die Küche und das WC lagen in der Hälfte geteilt jeweils im Osten und Westen gleichermaßen. Sehr skurrile Situation. Es kam jedoch zu einem Gebietsaustausch und so blieb die Villa erhalten und gehörte zur BRD.

Stein an der Villa Falkenstein.

Nicht so gut ging es der Steinbachsmühle von 1487, die sich dem Tal sehr harmonisch angepasst hatte. Der Steinbach wurde zur Grenze und ein Teil der Mühle und Ländereien lagen auf DDR-Gebiet. Die Bereiche wurden gesprengt. So sieht es heute aus.

Ab hier stand dann die längste Schiebestrecke des Tages an. Schon der Autor des Reiseführers hat dies so erwähnt. Er sollte Recht behalten. Erst kurz vor der Ortschaft Lichentanne gab es guten Untergrund und es war auch nicht mehr so steil. Aber auch hier wieder ein schöner Ausblick.

Bei Gegenwind, weiter bergauf und mit dunklen Wolken am Himmel ging es dann in Richtung Lehesten. Hier wurde Schiefer im großen Stil abgebaut, was man auch bei der Einfahrt in den Ort sofort sieht.

Auch hier im Gasthaus Glück Auf“ gab es – extra für mich – auch am Ruhetag etwas auf den Teller. Sehr schön und vielen Dank.

Zum Abendessen mal wieder Brot!!!
Kirche von Lehesten in der Abendsonne.
Pension, Kirche und Rathaus
Schiefer glänzt in der Abendsonne

Mehr aus der Stadt des blauen Schiefers und der Umgebung dann morgen. Hier gibt es noch andere Dinge zu entdecken und daher bleibe ich auch wieder zwei Tage.

Ein Kommentar zu “Kleintettau -Lehesten 23.08.2020

  1. Hallo Helmut, wir sind jeden Tag mit Dir unterwegs. Aber wir sitzen dabei und ich denke, daß Du Dich sehr viel Mühe geben mußt. Schön ist es trotzdem . Wir freuen uns auf den nächsten Bericht. Alles liebe Gerda.

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