Hönbach – Haig bei Stockheim 20.08.2020

Bevor ich mit dem heutigen Bericht starte, kann ich noch ein Panoramabild von der Feste Coburg nachreichen. Dies hat mein Bruder Wolfgang netterweise für mich aus den vier Bildern zusammengesetzt.

Sehr schön und ganz lieben Dank. So sah es wirklich aus.

Wie so oft ging es bei guten Radfahrerwetter los. Und es sollte auch so bleiben. Es ging kurz zum Bäcker ein Brötchen für die Mittagsrast holen und dann nochmal zur „Gebrannten Brücke“.

Ab hier fuhr ich die ersten ca. 18 km im Tal der Steinach. Wie ich später noch erfahren sollte, tritt der Fluss mindestens einmal im Jahr über die Ufer.
Nach kurzer Zeit erreicht man die Bergmühle, bzw. was davon übrig geblieben ist. Die Mühle stand auf der Grenze und wurde im August von den Grenztruppen abgerissen. Der Besitzer ist mit seiner Familie schon im Juni in den Westen geflüchtet. Es stand sonst die Zwangsumsiedlung an. Übrig geblieben sind nur Nebengebäude. Die darin befindliche Gastwirtschaft wurde weiter betrieben – immer den Blick auf die Grenze. Heute ist auch dieses Lokal geschlossen.

Die Nebengebäude der Mühle.

Auch hier weiden heute Kühe im Todesstreifen.

So ganz ungefährlich scheint dies aber auch heute nicht zu sein. In diesem Bereich gibt mehrere Warnschilder.

Heute werden die paar übriggebliebenen Häuser der Bergmühle und der Nachbarort Heubisch durch die neue Bundesstraße 4 getrennt.

Die Gruppe im Hintergrund werde ich noch später treffen. Ein seltsamer Anblick war für mich das nächste Bild. B 4 und Kolonnenweg zusammen, weil über gute 2km die Straße an der ehemaligen Grenze entlang gebaut wurde.

Vor dem Ort sah ich dann folgende Brücke. Vorher hatte ich die kleine Kindergartengruppe überholt und die Kinder wurden vor einem „Wilden Radfahrer“ gewarnt 🙂

So richtig konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Im Ort Heubisch selber gab es nichts Besonderes zu sehen…mit Ausnahme des folgenden Gebäudes.

Auf dem Weg zurück zur ersten Brücke traf ich wieder die Kindergartengruppe und erkundigte mich, was dies denn so darstellen sollte. Antwort: Die Steinach würde regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, über die Ufer treten und das ganze Tal, inkl. Sportplatz, stehen dann unter Wasser. Daher die Brücke für Fußgänger – damit diese dann noch trocken zu ihren Häusern kommen können.
Weiter durch das Tal in Richtung Mupperg. Die Bäume im Hintergrund zeigen den Grenzbereich an.

Von Thüringen dann eben mal ins fränkische – bayrisch war in den letzten Tagen der falsche Begriff – Horb gefahren. Hier bin ich an der Grenze auf diese Stelle gestoßen und dachte ‚auch eine Idee‘.

Zurück in Mupperg konnte ich die offene Kirche besichtigen. Der Aufbau und die Malerei waren schon sehr beeindruckend. Die Bilder können dies leider nicht so darstellen.

Auch in diesem Ort gibt es einen extra Platz für Schwalben. Wie ich von einer Erzieherin erfuhr, ist dies eine Auflage des NABU gewesen. An dieser Stelle, wo jetzt ein neues Feuerwehrhaus steht, stand bis vor einem Jahr eine Scheune mit ganz vielen Schwalben. Das Feuerwehrhaus musste so gebaut werden, dass alles fertig zum Einzug der Schwalben war, wenn diese aus dem Winterquartier zurückkommen. Zur großen Überraschung der Einwohner haben die Schwalben den Ersatzbau sehr gut angenommen. Vielleicht auch mal eine Idee für andere Dörfern. Muss nur der Bürgermeister mitspielen.

Wie es der Zufall wollte, gehörte der Erzieherin genau das kleine Waldstück mit den Birken. Ihr Vater hatte die Grundstücke, die man für die Grenzziehung brauchte, nach der Wende zurückerhalten. Sie pflegen den Bereich so wie er jetzt ist. Hinter den Birken gibt es auch eine große Wildblumenwiese. Die Birken sind von alleine gekommen. Sie haben nur einige entfernt, sodass es so aussieht, als ob sie extra gepflanzt wurden.
Auch der Friedhof hier im Ort lag ganz nah am Grenzstreifen. Hier wurde mir das Gleiche berichtet, wie schon gestern in Hönbach: Besuch der Gräber nur nach Genehmigung!!
Und immer wieder hatte ich solche Einblicke in die Natur.

Eine Brücke ohne Geländer – und das in Deutschland.

In Fürth am Berg/Franken steht dieser Brunnen und ein Gasthaus.

Dem kann man nichts hinzufügen.
Eine Grenzsäule gibt es noch: rechts neben dem großen Stein.

Heute steht das Gasthaus leer. Kamen nach der Wende keine Besucher/Urlauber mehr? Diese Frage konnte ich nicht klären.
Innerhalb kurzer Entfernung kommt man an zwei Orten vorbei, die leider zu nah an der Grenze standen. Kaulsroth lag etwas auf einer Anhöhe und der nächste Ort Liebau im Tal. Hier ragt so eine Art `Sack` nach Franken rein.

Der Text ist sehr interessant.
Erinnerungsstätte
Auf dieser Wiese stand einmal ein Teil des Dorfes.

Über manche Grenzsteine wächst mittlerweile Gras. Ich musste diesen Grenzstein zwischen Diekenwustung und Sichelreuth erst etwas frei machen.

Wustung ist der Begriff für eine Einzelsiedlung. Hier ist immer ein Bauernhof, bzw. Gehöft gemeint.
Meine Mittagspause verbrachte ich am Reginasee bei Schnitzerswustung. Zwar wieder keine Bank, aber herrlich ruhig. Nur der Mäusebussard kreiste gelegentlich am Himmel und die Gänse am Ende des Sees haben sich auch nicht stören lassen. Ruhe!!!!

Entspannung pur!
Es gab in Hönbach Herzbrötchen!! Wie nett.

Hier gibt es sehr viele Ortsnamen mit der Endung Wustung. Einige auch sehr lustig.

Bevor ich nach Haig gekommen bin, wo ich heute schlafe, habe ich den kleinen Bogen über Burggrub gemacht. So hatte ich es ja auch immer vor. Hier gab es zum Glück keine Berge und Anstiege.

Die Ortschaft Haig

Fast unscheinbar steht im Wald ein Hinweis auf die Rothheuler Wustung. Ich konnte noch so gerade den Text lesen. „Das Haus mir der Nr. 14, die Rothheuler Wustung, wurde am 16.07.1962 abgerissen. In der Nacht zuvor wurden die Bewohner abgeholt und der Hofhund vor Ort erschossen.“

Mehr ist nicht geblieben. Jetzt wächst Wald über die Hofstelle.

Hier die Grenze Burgrub – Rotheul. In diesem Bereich will ich morgen auf dem Kolonnenweg wandern gehen.


Mit einem Bild und Blick auf den Nachbarort Haßlach b. Kronach will ich den Eintrag heute schließen.


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