In und um Ummerstadt am 16.08.2020

Schöne Sonntagsgrüße aus der zweitkleinsten Stadt Deutschlands – aus Ummerstadt! Ich habe am Grenzgedenkstein Gemünda in der Oberpfalz/Ummerstadt (zum Schluss kommt noch ein Foto) ein Ehepaar aus Bayern getroffen, die wussten, dass in Schleswig-Holstein Arnis die kleinste Stadt ist. Da war ich doch mehr als überrascht.

Wie fast immer am Ruhetag, ließ ich es auch heute langsam angehen und wollte mir nur die Gedenkstädte Billmuthausen und den Ort Seßlach anschauen.

Aber zuerst einige Eindrücke aus Ummerstadt, die übrigens ein Drehort des Lutherfilmes war.

Über wunderschöne ausgebaute Radwege ging es dann in Richtung Bad Colberg. Hier ließ es sich die Stasi damals schon gut gehen.

Direkt am Ortsausgang vom Ummerstadt stand früher einmal eine Grenzkaserne. Davon ist heute nur noch wenig zu sehen.

So sieht es heute aus. Die Fläche darf nicht mehr neu bebaut werden.
Aufnahme des Bundesgrenzschutzes
Blick von der Kapelle aus.

Im Kurort Bad Colberg trifft ‚Altes Kurhaus‘ auf ‚Moderne Architektur‘. Hier kann jeder selber entscheiden, was hübscher ist.

Billmuthausen hatte auch das Pech, dass es für die Staatsmacht der DDR einfach zu nahe an der Grenze stand. Und auch hier passierte das, was so häufig an der Grenze mit den Orten gemacht wurde: Nur der Friedhof und ein Trafohäuschen sind noch vom Ort geblieben.

Hinter der kleinen Hecke war damals die Kirche.
Nachbau des alten Dorfes.
Spruch in der jetzigen kleinen Kapelle.
Auf der Wiese im Hintergrund stand die Mühle.

Früher in Sichtweite, heute durch Bäume verdeckt, steht ein Wachturm, der jetzt ein Quartier für Fledermäuse, Vögel und Insekten geworden ist.

Vom Fuchsteich aus kann man den Turm auf der kleinen Anhöhe auch noch gut sehen.

Wie schon gestern gesehen und gehört, braut hier jedes Dorf sein eigenes Bier. So fuhr ich dann auch heute an ganz vielen Erdkellern vorbei. Daher kommt auch der Spruch: „Über den Bierkeller gehen“. Das ist hier fast immer möglich.

Warum gegen Ende des Krieges solche kleinen Brücken noch zerstört worden sind, bleibt mir ein großes Rätsel. Über so einen kleinen Bach bzw. Fluss fährt jeder Panzer auch ohne Brücke so drüber – war es einfach Zerstörungswut?

Die Rodach

Mehrere Leute, auch Übernachtungsgäste hier im Gasthaus, haben mir geraten unbedingt Seßlach besuchen. Habe ich auch gemacht und es war schon sehr schön. Aber auf meiner Reise habe ich schon sehr viele solcher Orte sehen dürfen. Neu war für mich hier, dass an Sonntagen die Tore der Türme in der Altstadtmauer geschlossen werden. So können hier nur Radfahrer und Fußgänger rein. Die Bewohner haben eine andere Möglichkeit in die Stadt zukommen. Dadurch ist es in dem Ort schon sehr ruhig und entspannt.

Blick aus dem Turm. Leider waren die Fenster von außen nicht „geputzt“ worden.

Den Rückweg von Seßlach nach Ummerstadt bin ich kleine Kreisstraße gefahren. Dadurch bin ich zur alten Grenzstelle mit einer Stelle gekommen, die, so finde ich, sehr interessant gemacht wurde. Der Stein deutet nur die Trennung an – der Riss ist nicht durchgehend. Auch wieder eine so nette Idee.

Zum Abschluss des Abends bin ich noch zur kleinen Kirche, oberhalb des Dorfes gegangen. Dort sind auch Soldaten begraben die in Bad Colberg gestorben sind. In den letzten Wochen des zweiten Weltkriegs war Bad Colberg Lazarettlager.

Blick auf Ummerstadt

Morgen werde ich den gesamten Bogen der Grenze, in dem Bayern sehr tief nach Thüringen rein ragt, befahren. Unterwegs habe ich keine Übernachtungsstätte gefunden und muss daher morgen gute 75km fahren. Ich hoffe, dass die Berge/Hügel nicht so hoch sind, bzw. auch die Anzahl sich in Grenzen hält. Ich werde hoffentlich morgen berichten können und auch Bilder liefern. Ich will ja nicht nur fahren.

2 Kommentare zu „In und um Ummerstadt am 16.08.2020

  1. Lieber Helmut,
    ganz Isenhausen drückt Dir die Daumen, dass sich die Höhenmeter morgen in Grenzen halten und wenn, dann nur bergab.
    Alles Gute 🙂
    Viele Grüße von Kirsten und Jan

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  2. Tolle Nachrichten, Helmut! Vielen Dank für die Nachrichten. 75 km für so einen „alten Mann“? Alle Achtung, da hast Du Dir aber was vorgenommen. Wir sind inzwischen in Bad Hindelang angekommen und haben das erste schwere Gewitter erlebt. Bleib stark!
    Frank

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