Birx – Weimarschmieden 12.08.2020

Gestern wollte das Internet hier nicht so funktionieren, wie ich es mir gewünscht habe.

Heute gab es mehrere Besonderheiten auf der doch sehr kurzen Strecke nach Weimarschmieden. Aber alles wie gehabt der Reihe nach…
Von Birx ging es nach Frankenheim, um den höchsten Punkt der gesamten Strecke zu erreichen. In der Höhe des Weidenhofes erreicht man dann die 800 Höhenmeter.


Vorbei geht es wieder an Feldern und man kreuzt den Kolonnenweg und erreicht die Schwedenschanze mit dem Aussichtspunkt „Heimatblick“.

Lutterbek war dann doch nicht zu sehen…


Hier noch einmal die Information zu den Steinwällen in der Hochrhön:


Diese Gegend hier ist sehr gläubig und immer wieder kommt man an Kreuzen und sonstigen kleinen kirchlichen Symbolen vorbei. Dieses fand ich schon sehr auffällig gegenüber den ’normalen‘ Andachtsstellen.

Nach einer herrlichen Abfahrt …..

Von dort oben ging es gute 300m runter

… kommt man in die nördlichste Stadt Bayers und wird, wie so oft schon, ganz lieb begrüßt.

Fladungen selber liegt auf etwa auf 400 Höhenmeter und innerhalb von rund 1500 m ging es um 120m höher. Unterwegs – am steilsten Stück der Straße – überholte mich ein Auto aus HH und in Brüchs angekommen steht unter einem Kreuz folgender Spruch:

Immer wieder hat man herrliche Ausblicke in die Rhön.


Vor Weimarschmieden, dem Ort mit dem nördlichsten Gasthaus Bayerns, bin ich nochmals abgebogen, um zur Grenze zu kommen. Leider führten alle Wege im Wald nicht weiter. Sie endeten vor der Grenze. Auf einem dieser Wege begegnete ich einem Ehepaar, das mich sofort erkannte. Es war die Leute aus Hamburg, die mir sagten, dass sie beim Überholen erstmal geschaut haben, ob ich mit Motor oder ohne Antrieb fahre. Sie waren sehr angetan von meiner Leistung und im Gespräch machten sie mich auf einen Jüdischen Friedhof aufmerksam, der bei Weimarschmieden liegt. Es steht an der Straße selber keinen Hinweis auf diesen Ort. Dazu aber später dann mehr.

Blick auf Weimarschmieden


Vorher besuchte ich noch die Grenzstelle zwischen Weimarschmieden und Gerthausen.

Das Schild ist etwas seltsam aufgebaut. Oben steht Bayern/Thüringen und die Kreise sind genau anders herum dargestellt. Links ist Thüringen und rechts ist Bayern.
Ein ganz großer Teil meines Weges war heute identisch mit einem „Friedensweg“, den es hier gibt.

In der Pension und Gaststätte konnte ich meine Sachen schon abladen, um ohne Gepäck zu einem kleinen Rundweg zu fahren.

Dieser Rundweg Nr. 4 war der eigentliche Höhepunkt des Tages. Er führte mich auf guten 6 km an drei Orten vorbei, die es heute nicht mehr gibt und mitten im Wald taucht auch noch die alte Grenzbefestigung auf.

Und immer wieder Tafeln mit Erlebnissen von Menschen, die hier ihre persönliche Geschichte erzählen.

Und dann sieht man auf Felder und weiß, dass dort unten einmal ein Bauernhof gestanden hat.

Nur wenige hundert Meter weiter wurde auch hier ein ganzes Dorf dem Erdboden platt gemacht. Heute wird es ganz normal als Ackerfläche genutzt.

An dieser Stelle traf ich auf eine Wandergruppe des Rhönclubs, der heute diesen Rundweg gelaufen ist. Hier erfuhr ich, dass die Informationstafeln erst am 03.10.2019 aufgestellt wurden. Dies geschah im Rahmen einer kleinen Feier, bei der auch Bewohner des alten Dorfes anwesend waren.
Auch mein Weg führte mich dann zu dem kleinen Friedhof des Dorfes, der zum Glück erhalten geblieben ist.

Nur ein kleines Stückchen weiter erkennt man allein an der grünen Fläche, dass hier einmal der Heftenhof gestanden hat.

Auf dem Rückweg bin ich dann zu dem schon erwähnten Jüdischen Friedhof gefahren. Selbst hier steht kein Schild, warum an dieser Stelle ein Jüdischer Friedhof ist.
„Dies ist der nördlichste jüdische Friedhof in Franken. Er liegt östlich von Weimarschmieden, nahe der Grenze zu Thüringen, und enthält 80 Grabsteine (Mazewot). Möglicherweise sind aber auch einige Grabsteine durch ihr Eigengewicht im Erdreich eingesunken und so verloren gegangen.
Der Friedhof entstand etwa im Jahr 1800. Zu der Zeit (1816) waren 85 der 236 Einwohner von Weimarschmieden jüdischen Glaubens. Diese Zahl verringerte sich durch Landflucht auf acht Einwohner im Jahr 1910.
Ein Jahr vorher, 1909, fand die letzte Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof von Weimarschmieden statt.“
Entnommen von Wikipedia!!

Nur diese Information steht am Friedhof.


Zum Abschluss dann einmal ein Blick in mein Zimmer der Pension Weimarschmiede, in dem mich mich wohl gefühlt habe.



 
 

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