Ein Tag in Birx: 11.08.2020

Schon nach wenigen Metern hinter Brix hat man einen schönen Blick auf die Wasserkuppe. Dies ist die höchste Erhebung in der Rhön.

Tagesprogramm heute: Wanderung auf dem Kolonnenweg Birx – Frankenheim – Birx

Auf meinem Weg konnte ich viele Informationen sammeln, die jetzt in der Reihenfolge des Erreichens als Bilder dargestellt werden.

Der Weg zum alten Turm ist schon fast zugewachsen und wird wohl nur noch sehr selten von Wanderern besucht.

Der Turm wurde mal als Ferienwohnung einer Familie aus Fulda genutzt.

Heute sieht es dort so aus. Der Turm wurde, von wem auch immer, aufgebrochen.

Fast die ganze Zeit geht man am „Grünen Band“ auf dem Kolonnenweg entlang. Der eigentliche Grenzstreifen ist zum Teil schon komplett zugewachsen. Zum Glück wird der Kolonnenweg hier regelmäßig von der Gemeinde frei gehalten – sehr lobenswert.

In Frankenheim, dem höchsten Ort in der Rhön, gibt es einen „Brunnen der Einheit“.

Auch hier in dem Ort wird wieder auf Gebäude hingewiesen, die zu nah an der Grenze standen und deshalb einfach abgerissen wurden.

So sah mein weiterer Weg in Richtung „Schwarzes Moor“ aus. Leider endete der Kolonnenweg an einer Wiese auf der Kühe grasten.

Der kleine Bogen, den ich nun machen musste, war sehr schön, da auch hier wieder Tafeln am Wegesrand standen.

Von hier aus hatte ich auch einen schönen Blick auf Frankenheim und auf einen hier auch noch stehenden Turm, der aber in anderer Himmelsrichtung steht.

Frankenheim

Oben am Turm hat man noch eine kleine Ecke der Grenzbefestigung stehen gelassen.

Von dem im nächsten Bild zu sehenden Steinwall gibt es hier sehr viele. Diese wurden zur Einzäunung für`s Vieh benötigt und sind 1938/1939 zu Zeiten Hitlers von Zwangsarbeitern und Einheimischen gebaut worden. Jeder Einheimische aus Birx und Frankenheim musste gewisse Arbeitsstunden nachweisen.

Heute sind die Kühe, hier Mutterkühe mit ihren Kälbern, hinter Elektrozäunen vor Menschen gesichert.

Wenig später hat man auch einen schönen Ausblick auf den Ort Birx.

In Birx musste ich einen Bauern (Jahrgang 1957) auf die oben erwähnten Steinwälle ansprechen. Er hat mir dies, wie oben beschrieben, berichtet. Auch zeigte er mir die Stelle auf dem Hof, die nicht überschritten werden durfte. Dies wäre eine Grenzverletzung gewesen. Interessant war die Geschichte, die mit seiner Frau zusammenhängt. Nach der Eheschließung musste sie einen Passierschein für Birx beantragen, obwohl sie im gleichen Sperrbezirk, nämlich Frankenheim, wohnte. Dieser wurde immer nur für vier Wochen ausgestellt. Dann musste sie wieder raus und alles wieder von vorne beantragen. Wäre er in der Partei gewesen, wäre dies alles einfacher gewesen und sie hätte sofort eine Aufenthaltsberechtigung für Birx erhalten. Von seinem Hof konnte er auch sehr deutlich den in ca. 200 m entfernten Zaun sehen und daher erkennen, dass er in Richtung Ost gesichert war. Obwohl die Propaganda ja immer erzählte der Feind kommt vom Westen und deshalb muss die Grenze gesichert werden. Er erzählte noch von einem Gespräch mit einer SED Sekretärin. Wenn sie es schaffen würde, den oben Bereich des Zaunes abbauen zulassen, würde er auch in die Partei eintreten. Da dies natürlich nicht möglich war, ist er auch nie in der Partei gewesen. Irgendwann hat es sein Vater trotzdem geschafft, dass seine Frau ganz zu ihm auf den Hof ziehen konnte.

Gegenüber von Hof steht dieser Wagen.

Nostalgie

Es war heute ein richtiger entspannter Tag, aber trotzdem informativ und demnach nicht langweilig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: