Grossburschla – Eisenach 06.08.2020


Der Tag startete schon 08:30 Uhr, weil es um die Mittagszeit auch hier sehr warm werden sollte. So hatte ich alle Zeit für einen total entspannten Tag auf dem Werraradweg. Dieser läuft ab Treffurt doch etwa 10km von der Grenze entfernt. Und ich dachte mir: „Da gibt es heute bestimmt nicht viel zu schreiben. Du kannst nur ein paar Bilder mit nettem Text heute hochladen.“ An zwei Orten wurde ich dann aber so richtig überrascht. Dazu aber später mehr.
Rückblick auf gestern: Die Hotelbesitzerin gab mir beim Abendessen ein Buch über diese Gegend. Diesem konnte ich dann entnehmen, dass der „Heldrastein“ mit 504m Höhe hier so etwas ist, wie der Brocken im Harz. Er lag genau im Speerbezirk und ein Zipfel DDR ragte nach Hessen rein. So waren die Menschen hier froh, als sie dann nach 1989 endlich wieder auf ihren Berg konnten. Heute steht dort ein Aussichtsturm mit guter Fernsicht.

Heldrastein


Des Weiteren fand ich hier auch etwas zum „Wanfrieder Abkommen“.

Im Bereich um Heldra gab es mehrere Flußsperren, um ein Durchschwimmen zu verhindern. Auch hier haben sich Leute gefunden, um der Nachwelt eine der Sperren zu erhalten. Die Brücke ist heute eine wichtige Verbindung für Wanderer zum Heldrastein. Nur die Klappen, die an der Brücke gehangen haben, sind abgebaut worden.



Die hier aufgestellten Infotafeln verhalfen auch mir zu einer neuen Information. Die hatte ich so noch nicht gehört und auch nicht gelesen.

Manchmal muss ich bei dem gemütlichen Fahren schon an zu Hause und an meine „drei lieben Nachbarn“ denken, die immer mal wieder eine Auge auf Haus und Grundstück werfen. Oder man wird – wie hier – durch Schilder daran erinnert, wo man herkommt.

Biergarten und Reiterhof und angrenzenden Campingplatz

Es fuhr sich den größten Teil auf einer alten Bahntrasse einfach nur sehr gut und schon erreichte ich Frankenroda. Hier gibt es einen Menschen, der Spaß an Holzarbeiten hat.

An einer Stelle steht auch hier der Hinweiß, wie hoch das Wasser hier manchmal steht.

1909 wurde das Hochwasser durch Eisschollen verursacht. Diese hatten die Brücken versperrt.

Hier ging Jochen mit seinem Hund spazieren und wir sprachen miteinander. Es gab Zeiten in denen die Werra zugefroren ist. Zu DDR-Zeiten wurde dann einfach mehr Salzlauge in den Fluss abgegeben und so löste sich das Eis auf. Wenn es ganz schlimm kam, wurde auch mal gesprengt. Er konnte mir auch berichten, dass die Werktätigen in den Speerbezirken zum Teil bis zu 100,00 Ostmark zusätzlich bekommen haben.

Ein Bewohner aus dem Dorf hat während der Arbeitszeit auf einem LKW eine Art Kran gebaut. Der Kran sollte für Arbeiten an seinem Haus genutzt werden. Da Frankenrode rund 10km von der Grenze entfernt liegt, hat auch keiner Verdacht geschöpft, dass dies für eine Flucht gebaut wurde. Zu der Zeit war die Grenzsicherung noch nicht so ausgebaut wie in den letzten Jahren. Jedenfalls hat er es geschafft mit seinen LKW nah genug an die Grenze zukommen und hat einfach das Krangestell über den Zaun gelegt und ist dann rüber geklettert. Dies konnte er dann nach 1989 den alten Dorfbewohner erzählen. Auch konnte sich Jochen noch gut an die Filmaufnahmen vom Matthias Kessler mit seinem Tuk-Tuk erinnern.
Ich machte mich dann weiter auf meinen Weg – mal im Schatten; mal in der Sonne – und erreichte Creuzburg. Innerhalb von Creuzburg war eine große Baustelle und deshalb habe ich den Ort nicht besucht und bin direkt zur Siebenbogenbrücke mit Kapelle gefahren und habe dort meine Mittagspause eingelegt.

Das war auch gut so. Diese Stelle wird auch gerne als Rastplatz der Wasserwanderer auf der Werra genutzt. Ich saß gerade auf einer Bank im Schatten, als vom Fluss eine 3-köpfige Familie aus Blomberg kam, die hier genau das Gleiche vorhatte. Gerne haben sich Mutter und Tochter dazu gesetzt und wir sind richtig gut ins Gespräch gekommen. Die Eltern sind im Februar 1990 aus Mühlhausen in den Westen gezogen. Sie sind also noch ausgebürgert worden. Es war ja noch nicht abzusehen, dass es bald wieder nur ein Deutschland geben wird. So wurde mir dann in den Gesprächen auch erzählt, dass die beiden Brüder des Mannes 1972 in einem LKW versteckt über die Grenze geflüchtet sind. Eine schöne und spannende Geschichte bei der Mittagsrast. An dieser Stelle auch der Tochter alles Gute zum 18. Geburtstag, den Sie am 07.08.2020 zufällig im Rahmen einer großen Hochzeit auf einem Campingplatz verbringen darf. Alle Gute für den weiteren Lebensweg und auch noch einen schönen Urlaub. Hier die versprochenen Bilder wie es mit dem Kajak weiter ging. Dank für die netten Gespräche.

Der „Steuermann“ sitzt noch nicht!
Alle an Bord und es geht los.
Die „Stromschnellen“ wurden sehr gut gemeistert.

Noch kurz ein Bild von Creuzburg gemacht …

Und so radelte ich mit vielen tollen, schönen Eindrücken und Erlebnisse entspannt direkt nach Hörschel, dem „Tor zum Rennsteig“.

200m vor Hörschel

Hier fängt der Rennsteig an oder endet auch für so manchen, wie ich feststellen musste.

Jede Größe ist vorhanden.


An der Bahnlinie ging es dann weiter bequem in das 9km entfernte Eisenach- dort habe ich ein nettes Quartier im Gästehaus Wohngut. Hier bleibe ich 2 Nächte, weil ich mir in Ruhe die Stadt und die Wartburg näher ansehen möchte.

Hier noch einen kurzen Überblick über Eisenach. Im Eingangsportal des Bahnhofes gibt es diese beiden Glasfronten.

Luther und Bach spielen hier in Eisenach eine große Rolle. Die dürfen hier heute nicht fehlen.

Martin Luther
Lutherhaus

Nur wenige Straßenzüge weiter kommt man zu Johann Sebastian Bach.

Bachhaus

Mein Abendessen im Kartoffelhaus. Die Wunderkerze war zu schnell abgebrannt. Die Speisekarte ist mit lustigen Dingen aufgelockert.

„Mann“ tut, was Frau im Hintergrund sagt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: