Bad Bodenteich-Wittingen 08.07.2020


Mein heutiger Tag führte mich durch 14 kleine Ortschaften im Grenzgebiet. Es sollte eine Tour mit einem besonderen Zusammentreffen im Freilichtmuseum Diesdorf werden.
Nicht überall ist die Grenze der Natur überlassen worden. Hier ein Beispiel der besonderen Art.



Zwischen Erpensen und Reddigau findet man folgenden Gedenkstein:


Da bin ich wohl 9 Tage zu spät an dieser Stelle vorbeigekommen.
Die Kirchen in dieser Region sind fast immer Feldsteinkirchen. Nur die Kirche in Lagendorf fällt hier doch sehr stark aus dem Rahmen.



Heute stand der Besuch im Freilichtmuseum an. Hier sollte die Kirche aus Klein Chüben mit der Kirchenglocke der Wüstung Jahrsau wieder aufgebaut werden. Diese wollte und musste ich mir unbedingt ansehen. Sie ist fast fertig. Nur der Innenausbau läuft noch. Gerade wurden die alten Ziegel dort verlegt.



An der Kirche traf ich dann einen Herrn (Baujahr 1944) mit seiner Enkelin. Auch die beiden wollten sich das Gebäude mit der Glocke ansehen. Wie sich dann in unserem Gespräch herausstellte, wohnte er im Nachbarort von „Jahrsau“ in Riebau. Und dies auch schon zu Schulzeiten. Ich hatte also einen Zeitzeugen getroffen – was für ein Glück!
Bei Schulausflügen in den ersten Schuljahren des Herrn sind sie des Öfteren nach Jahrsau gegangen. Daher kennt er auch die kleine Kapelle, die es ja nicht mehr gibt, mit der Glocke an Originalstelle. Auch kannte er dadurch die Bewohner des Dorfes, da ja auch die Kinder nach Riebau zur Schule gegangen sind. Eines Tages fehlten diese – und sie bekamen keine Antwort auf ihr ‚Warum?‘. Wanderungen gab es auch keine mehr dorthin. Es wurde immer enger. Den notwendigen Passierschein um nach Riebau zu kommen hat er – bis heute – für sich aufgehoben.
Auch erzählte er, dass Otto Schulz aus der Dorfstr. 2 in Jahrsau dann 1952 im Rahmen der Zwangsumsiedlung mit all seinem Vieh rüber gemacht hat. Es würden heute noch zwei Frauen aus Jahrsau leben – eine davon in Riebau.
Was für eine schöne Geschichte.



Auf meinem weiteren Weg bin ich dann in Richtung Haselhorst gefahren. Die Straße dorthin geht 2km weit geradeaus. Kurz vor dem Grenzdorf Haselhorst steht noch ein alter Beobachtungsbunker.


Warum das Dorf Haselhorst und auch der nächste Ort Waddekath, die beide in direkter Grenznähe liegen, erhalten geblieben sind, konnte ich nicht erkunden. In Haselhorst traf ich nur Zuwanderer aus Baden-Württemberg an und eine Bewohnerin aus Waddekath, die ich angesprochen habe, ist erst nach der Wende dorthin gezogen. Dafür gibt hier noch ein Stück Originalmauer an der ehemaligen Grenze. Dass dieses Stück Zeitgeschichte hier noch steht, ist dem damaligen Ortsvorsteher Dieter von Campen zu verdanken. Ausgeschildert ist die Stelle allerdings nur von Niedersachsen aus. Es war reiner Zufall, dass ich mir diesem Weg ausgesucht hatte. Der besondere Punkt steht in keiner Karte verzeichnet.



Dann noch eine Fotografie, die am Tag der Öffnung, fast von der gleichen Stelle gemacht wurde wie mein Bild.



Nach diesem erlebnisreichen Tag erreichte ich dann Wittingen. Hier zu Haus war auch der uns allen bekannte Herr auf dem nächsten Bild.



Laut Wetterbericht soll es morgen eine Regenwahrscheinlichkeit von 90% geben. Keine schöne Perspektive.

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